Rosenthals diamantene Liebe

Alfred und Marianne Heppler sind seit 60 Jahren verheiratet. Die beiden lernten sich bei ihrem gemeinsamen Arbeitgeber, der renommierten Amberger Glasfabrik von Rosenthal, kennen. Bürgermeister Martin Preuß (rechts) gratulierte jetzt zur diamantenen Hochzeit. Bild: wpt

"Unsere Stadt möchte es wertschätzen, wenn zwei Menschen so lange verheiratet sind. Das gibt es heutzutage nicht mehr oft. Aber wie ich sehe, haben Sie sich gegenseitig sehr gut gepflegt." Mit einem Scherz auf den Lippen gratulierte Bürgermeister Martin Preuß Marianne und Alfred Heppler zur diamantenen Hochzeit.

Dank Rosenthal waren die beiden zusammengekommen, wobei ihre Beziehung "trotz" dieses Arbeitgebers nicht zerbrechlich war wie Glas, sondern eben zu einem soliden Edelstein wie Diamant wurde. Alfred Heppler, der ein gebürtiger Unterreichensteiner ist, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zwangsausgesiedelt. Dank seiner Ausbildung zum Glasschleifer fand er schon nach kurzer Zeit wieder Arbeit. 1953 verschlug es ihn schließlich nach Amberg, wo er bei der Premiumklasse der Glashersteller, bei Rosenthal, angestellt wurde. Dort lernte er noch im selben Jahr seine spätere Ehefrau Marianne kennen. Die beiden heirateten nur zwei Jahre später 1955.

"Mein Vater war im Krieg gefallen und ich war bei unserer Hochzeit erst 19 Jahre alt. Da ich damals noch als minderjährig galt, brauchte ich die Erlaubnis eines Vormunds, um überhaupt ehelichen zu dürfen", blickte Marianne Heppler an ihrem Ehrentag beim Besuch des Bürgermeisters zurück. Ihr Großonkel habe ihr schließlich die ersehnte Erlaubnis erteilt. Da es damals schwierig gewesen sei, eine Wohnung zu finden, musste das Paar das erste gemeinsame Jahr in einem kleinen Appartement mit vier weiteren Leuten verbringen. Als Glasschleifer war Alfred Heppler nach eigener Auskunft stets sehr gefragt. Stolz erinnert er sich zum Beispiel an eine Skulptur, die er für den Sohn Konrad Adenauers anfertigte. Dass die beiden auch später noch so gut wie jedes Jahr den Geburtsort Alfreds besuchten, beweist die Verbundenheit des 86-Jährigen mit der Heimat seiner Jugend.

Das Paar hat drei, längst erwachsene Kinder und vier Enkel. Klar, dass bei dieser relativ großen Familie die diamantene Hochzeit nach der Arbeitswoche aller Berufstätigen am Sonntag in einem Gasthaus so richtig (nach)gefeiert wurde. Fast 30 Leute durften dann dort nicht nur über ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters und das handbemalte Geschirr, das Martin Preuß überreicht hatte, staunen. Auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und die zwei Landtagsabgeordneten Harald Schwartz (CSU) und Reinhold Strobl (SPD) gratulierten per Post.
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