Route 66

Es gibt sie wirklich, nicht nur die Legende. Aus heutiger Sicht muss es jedoch heißen, es gab sie. Eröffnet 1926, führte diese Fernstraße von Chicago (Illinois) nach Santa Monica (Kalifornien). Sie war offiziell 2448 Meilen (umgerechnet 3939,67 Kilometer) lang, durchquert acht Bundesstaaten und gilt als eine der ersten durchgehend befestigten Ost-West-Verbindungen der USA.

Allerdings reicht die Route 66 nicht von Küste zu Küste. Als Planer diese Fernstraße nach dem Ersten Weltkrieg konzipierten, vernetzten sie kurzerhand bereits bestehende Teilstücke. Heute haben Interstate Highways auf langen Strecken die einstige Trassenführung abgelöst.

Der legendäre Ruf dieser Fernstraße hat viel mit dem amerikanischen Traum unendlicher landschaftlicher Weite und individueller Freiheit zu tun. Da die Trasse historisch gesehen in weiten Strecken geografisch den Routen der Go-West-Pioniere folgt, verschmilzt sie förmlich auch mit diesen Mythen. Allerdings in der Manier der motorisierten Freiheit einer prosperierenden Industriegesellschaft.

In der nordamerikanischen Literatur, Musik und im Film wird daraus vielfach Kunst. Das Genre des Road-Movies ist ohne Route 66 kaum denkbar. Es steht für die rastlose Suche nach dem Sinn des Lebens ebenso wie die melancholische Einsicht, dass es keinen gibt. (zm)
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