Rücken- und
Oft hilft nur eine Operation

Mehr als 500 Frauen und Männer wollten von Spezialisten hören, was bei Rücken- und Gelenkschmerzen zu tun ist. Die Ärzte rieten davon ab, die Hoffnung gleich auf eine Operation zu setzen. Zuerst sollten herkömmliche Behandlungsmethoden mit Medikamenten oder Physiotherapie ausprobiert werden. Bild: hfz
Gelenkbeschwerden gehören zu den Volkskrankheiten in Deutschland. Das zeigte sich auch bei einer Informationsveranstaltung im ACC. Mehr als 500 Zuhörer waren gekommen, um sich bei Spezialisten aus Lindenlohe Rat zu holen.

(tk) Egal, ob Sport oder Einkaufen: Bewegung gehört zum Leben. Umso unangenehmer ist es, wenn Schmerzen einschränken. Spezialisten der Orthopädischen Klinik Lindenlohe (Kreis Schwandorf) hatten Patienten und Neugierige zur Infoveranstaltung "Rücken und Gelenke wirkungsvoll behandeln" in das mit über 500 Gästen gut gefüllte Kongresszentrum eingeladen.

Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Heiko Graichen sprach über "Behandlungsmöglichkeiten bei Gelenkverschleiß" und erklärte, dass Schmerzen im Knie, in der Hüfte oder in Schulter meist an einer fortschreitenden Arthrose, also am Verschleiß der Gelenke liegen. Um die Beschwerden in den Griff zu bekommen, riet er zu Physiotherapie oder medikamentöser Behandlung. Ist ein Gelenk aber schon so stark geschädigt, dass bereits einfache Dinge wie Treppensteigen zur Qual werden, helfe oft nur noch der Einsatz einen Kunstgelenks.

Der Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums Oberpfalz, Dr. Konstantinos Kafchitsas, stellte sich der Frage: "Rückenschmerzen - was tun?". Auch er erläuterte, dass eine konservative Behandlung, also eine Therapie ohne chirurgischen Eingriff, immer an erster Stelle stehen müsse. Zudem sei es wichtig, dass die Patienten fachübergreifend versorgt werden: "Chronische Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben, entsprechend weiträumig ist das Behandlungsangebot." Das sogenannte Wirbelgleiten nehme verschleißbedingt mit dem Alter zu und sei nicht nur schmerzhaft, sondern schränke auch die Beweglichkeit erheblich ein. Am Ende sei dann für viele Betroffene das Gehen nicht mehr möglich. In diesem Fall nütze nur noch ein Eingriff. Der Experte: "Die Operation darf bei Rückenschmerzen nur die letzte Möglichkeit sein, wenn alle anderen Verfahren nicht mehr helfen." Da Patienten oft mehr Angst vor einer Narkose und vor den Schmerzen als vor der Operation selbst haben, ging Oberarzt Dr. Martin Wallinger ausführlich auf die verschiedenen Narkoseverfahren und auf die Möglichkeiten der Schmerztherapie ein.
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