Rückenwind für Flüchtlingshilfe

Die "Interkulturelle Bootsfahrt" auf der Vils war ein Riesenspaß - nicht nur für die Flüchtlinge, sondern auch für die Kinder. Wer wollte, durfte Amberg kostenlos aus der Flussperspektive erleben. Bild: upl

Stürmisch ging es zu beim Tag des Flüchtlings auf der Krambrücke. Die Böen warfen eine Stellwand um. Ansonsten aber verspürten die Aktivisten von Caritas und Amnesty International vor allem Rückenwind.

Dass sich in Amberg eine Willkommenskultur für Asylsuchende entwickelt hat, liegt vor allem an der unermüdlichen Arbeit, die im Caritas-Zentrum im Dreifaltigkeitsviertel geleistet wird. Flüchtlingsberaterin Anne Kuchler und ihr Team koordinieren eine Vielzahl von Hilfsprojekten für die Menschen, die ohne Hab und Gut, ohne Perspektive und mit viel Angst nach Amberg kommen. "Ich bin gerührt von der außerordentlichen Hilfsbereitschaft der Amberger, die alle mithelfen wollen, dass die Asylsuchende gut untergebracht und versorgt werden", sagte Kuchler. Weil sich bei ihr immer wieder Menschen melden, die sich engagieren wollen, habe das schon längere Zeit bestehende Hilfsangebot der Caritas deutlich ausgeweitet werden können.

Die Caritas betreut mit einem Team von Ehrenamtlichen rund 460 Asylbewerber im Stadtgebiet. "Die Zahl schwankt täglich", berichtet Kuchler. 190 seien derzeit in der Gemeinschaftsunterkunft an der Kümmersbrucker Straße untergebracht, 120 in aktuell sechs dezentralen Quartieren in der Stadt und bis zu 100 in der als Notunterkunft eingerichteten Turnhalle der Barbaraschule. Den Tag des Flüchtlings (2. Oktober) nutzte Kuchler, um in der Fußgängerzone auf die Sorgen und Nöte der Asylsuchenden aufmerksam zu machen. "Niemand flieht aus Übermut", betonte die Caritas-Mitarbeiterin, die ständig mit den Einzelschicksalen der Ankommenden konfrontiert ist.

Sie kämpft dafür, dass Fremde nicht generell als Bedrohung, sondern eher als Bereicherung wahrgenommen werden. Deswegen durften die Passanten auf der Krambrücke eintauchen in unbekannte Kulturen. Wer wollte, dem schrieben die Flüchtlinge eine Glückwunschkarte mit den Schriftzeichen ihrer Muttersprache. Unter der Brücke hatte Willy Mühlbauer seine Kanus zu Wasser gelassen. Vor allem Kinder hatten einen Riesenspaß, gemeinsam mit den Flüchtlingen die Vils auf und ab zu fahren. Die "Interkulturelle Bootsfahrt" sollte das Augenmerk auf die Bootsflüchtlinge lenken.
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