Rutschige Gummikugel statt Ball: HG Hemau und HG Amberg trennen sich 26:26
Eine Fliegenklatsche reicht

Am Sonntagabend kehrten die Bezirksoberliga-Handballer der HG Amberg mit einem 26:26-Unentschieden (13:11) vom Auswärtsspiel bei der HG Hemau/Beratzhausen zurück. Dadurch behielten beide Kontrahenten in der "Vier-Punkte-Begegnung" einen Zähler, der nach momentanem Stand den Ambergern mehr hilft, da sie den Aufsteiger in dessen Heimspiel in der Tabelle zumindest auf Abstand halten konnten.

Vor der wohl gerechten Punkteteilung wurde Handball gespielt beziehungsweise gekämpft. Die Amberger hatten zu Beginn erhebliche Probleme mit dem Spielgerät: Die in Hemau schon traditionell bereitgestellte rutschige Gummikugel war kaum zu kontrollieren und gerade die Rückraumwürfe der eigentlich für ihre Urgewalt bekannten Kanoniere mutierten zu besseren Rückgaben, die der heimische Keeper auch mit einer Fliegenklatsche hätte abwehren können.

Die Taktik musste also heißen: Würfe aus der Nahwurfzone, die dann irgendwie über die Torlinie gedrückt oder gelupft werden mussten. Das klappte auch mitunter gar nicht schlecht, da der phänomenal parierende HG-Keeper Martin Feldbauer seine Vorderleute mit präzisen Konterpässen fütterte oder einlaufende Akteure trafen.

Die Partie wogte hin und her und es hätte zur Pause auch 20:20 stehen können, doch die starken Torhüter und insgesamt sage und schreibe elfmal das Hemauer Gebälk standen weiteren Erfolgserlebnissen der Schützen im Weg. Ein Dreierpack vor der Pause sorgte dann dafür, dass die Gäste einen 13:11-Vorsprung in die Kabine nahmen.

Auch nach dem Seitenwechsel strapazierten die Teams - und auch die Unparteiischen aus Schwandorf - die Nerven der Zuschauer in der Tangrintelhalle aufs Äußerste. Nach einer schwächeren Phase gerieten die Amberger sogar mit 14:16 ins Hintertreffen, doch das Team kämpfte sich zurück. Linkshänder Daniel Gschrei und Christian Strasser, die möglicherweise in ihren Stammvereinen ebenfalls Erfahrungen mit Gummikugeln gemacht hatten, brachten das Amberger Team mit ihren Treffern aber wieder zurück in die Spur. Dem auch als Vollstrecker starken Regisseur Strasser gelang sogar in Unterzahl ein sensationeller Kempa-Trick zur 23:20-Führung in der 51. Minute.

Die Gäste schienen nun alle Trümpfe in der Hand zu haben, doch sie verdaddelten ohne Not drei Bälle in Folge, was Hemau/Beratzhausen zum erneuten Ausgleich nutzte. Amberg setzte sich in der Folgezeit - beim 25:23 und 26:24 - erneut ab, doch eine sehr großzügige Schritteauslegung brachte Hemau/Beratzhausen zweimal in Ballbesitz, der in dem wiederholten Ausgleich resultierte. 15 Sekunden vor Schluss bekamen die Gäste dann einen Strafwurf zugesprochen, doch der Siebenmeter wurde - wie bereits zwei weitere in Durchgang zwei - versiebt, so dass sogar die Hausherren noch die Chance auf den Siegtreffer hatten. Der Ball landete jedoch im Block und es blieb beim 26:26-Endstand.

HG-Coach Roland Schmid war nach Spielende mit der Partie nicht zufrieden und hatte "kein gutes Handballspiel" gesehen. Das HG-Eichhörnchen ernährt sich weiter mühsam und in der kommenden Woche würde ein Heimsieg gegen den ehemaligen Aufstiegsfavoriten aus Herzogenaurach gut tun, um sich von der Abstiegszone zu entfernen.

HG Amberg: Tor: Feldbauer, Krieg Feld: Strasser (7), Gschrei (5/1), Hirsch (5/2), Wagner (4), Andersch (2), Kührlings, Streber, Turner (je 1), Rohrbach, Sammet.
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