Sanierte Halde wird zum Naherholungsgebiet
Idylle auf einstiger Deponie

Mit Baumaschinen erhält die ehemalige Schlackenhalde den letzten Schliff, um sich künftig als Naherholungsgebiet zu präsentieren: "Eine Umweltsünde ist dann abgeschlossen. Wir geben das Gelände damit an die Stadt zurück", sagte LH-Arbeitsdirektorin Christiane Berger. (Bild: Steinbacher)

Wo einst über Jahrzehnte Schlacke der Luitpoldhütte (LH) deponiert wurde, grünt heute schon stellenweise Magerrasen. Mit der zu Ende gehenden Sanierung der Halde wächst an dieser Stelle am Erzberg ein quasi künstlich geschaffenes Naherholungsgebiet heran.

Nach zwei Jahren Bauzeit ist das neue Gesicht der ehemaligen LH-Schlackendeponie schon gut zu erkennen. Ursprünglich war vorgesehen, die Maßnahme, für die 3,5 Millionen Euro aus der Kasse der Gießerei eingeplant waren, 2013 in einem Schritt durchzuziehen. Gedauert hat es doppelt so lange, wohl auch, weil die ausführende Firma nicht immer alle Kapazitäten zur Verfügung hatte. Arbeitsdirektorin Christiane Berger sieht der Vollendung mit Freude entgegen: "Eine Umweltsünde der Vergangenheit ist damit abgeschlossen. Wir geben dann ein Naherholungsgebiet im positiven Sinn an die Stadt zurück."

Sie sagte das beim Einstandsgespräch der neuen LH-Spitze - Vorstandsvorsitzender Thomas Lehner und eben Christiane Berger - mit der AZ in der vergangenen Woche (siehe Samstagausgabe). Bei dieser Gelegenheit erläuterte Lehner auch, worauf der aktuelle Auftragseinbruch bei der Luitpoldhütte zurückzuführen ist: "Im Wesentlichen auf den Rückgang im Land- und Baumaschinenbereich." Er nannte dabei Markennamen wie Fendt, New Holland oder Caterpillar: "Die machen 50 Prozent unseres Umsatzes aus."

Außerordentlich gute Ernte

Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Rückgängen, den russisch-ukrainischen Auseinandersetzungen und den gegenseitigen Boykottaktionen sei diese Entwicklung nicht, unterstrich der Vorstandsvorsitzende. Vielmehr habe es in diesem Jahr in der Ukraine - angesichts der äußerst fruchtbaren Böden die Kornkammer Europas - eine außerordentlich gute Getreideernte gegeben.

Wegen des ungewöhnlichen Überangebots seien die Preise und damit die Erlöse für die Landwirtschaft in den Keller gesackt. Damit könnten sich Bauern keine neuen Maschinen leisten. So schließe sich der Kreis, weil die LH-Kunden ihre eigene Produktion zurückschrauben und deshalb weniger Gussprodukte, wie beispielsweise Motorblöcke, benötigen.

Kunde aus Japan

Da zudem Russland die Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus bestimmten Ländern blockiere, sei der gesamte europäische Markt überschwemmt davon. Dies wiederum sei auch für Bauern in der ganzen EU das Signal, jetzt nicht zu investieren. Insofern ergebe sich für die LH schon eine indirekte Betroffenheit, erläuterte Lehner.

In diesem Kontext kündigte er an, dass die Priorität des Unternehmens weiter den Bestandskunden aus der Land- und Bauwirtschaft gelte: "Wir müssen hinterfragen, ob da nicht noch mehr Potenzial drinsteckt." Ergänzend dazu peile man Alternativmärkte an, etwa den Bereich von Schienenfahrzeugen. Selbst wenn die LH neuerdings einen Abnehmer aus Japan aufgetan habe, werde man fortan auf die europäischen Märkte schauen und hier verstärkt Kompetenzen aufbauen. Felder, die laut Lehner noch nicht hinreichend beackert wurden.
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