Sanierung des Kirchturms kommt viele Hunderttausend Euro teurer
Die Kosten explodieren

Statiker Alois Landgraf, Architektin Carola Setz und Kirchenpfleger Josef Beer (von links) machen gute Miene zu den Rissen in der Turm-Außenhaut. Bild: Steinbacher

Da ist der Pfarrei St. Martin noch vor Ostern ein Ei ins Nest gelegt worden, an dem sie zu knabbern haben wird: Die Sanierung des Kirchturms kommt viele Hunderttausend Euro teurer.

Die Kosten für die Arbeiten an Turm und Westwerk seien vor längerer Zeit auf rund 550 000 Euro geschätzt worden, schilderten Kirchenpfleger Josef Beer und Architektin Carola Setz am Mittwochnachmittag bei einer Ortsbegehung. Jetzt müsse zunächst einmal von 1,1 Millionen Euro ausgegangen werden.

Diplomrestaurator Sebastian Endemann von der Steinwerkstatt in Regensburg habe in den vergangenen Monaten den Naturstein "sehr intensiv untersucht", berichtete Setz. Dabei wurde klar: Eine Vielzahl von Steinen ist ausgebrochen. Die Risse seien bis zu 20 Zentimeter tief und mehrere Zentimeter breit, sagte Statiker Alois Landgraf. Und es zeigte sich laut Architektin: "Wir haben hier einen Stein mit einer enormen Wassersaugkraft." Alle Metallteile, die einst zur Stabilisierung eingebracht wurden, seien deshalb verrostet. Der Zerfall habe praktisch im Verborgenen stattgefunden.

Die Kunst wird es nun sein, die Außenhaut des Martinsturms entsprechend zu reparieren. "Alles Statische ist zu 90 Prozent erledigt", ergänzte Landgraf. Setz verwies auf die Musterflächen, an denen bisher die Mörtelmischung, die Behandlung der Oberflächen und das Verfugen erprobt wurden. Inzwischen stehe fest, was man verwenden könne. Der Mörtel in seiner speziellen Zusammensetzung müsse eigens hergestellt und angemischt werden. Außerdem sei es sehr schwer, geeignetes Steinmaterial zu bekommen.

Ende Mai soll's losgehen. "Dann sieht man auch, ob die kalkulierten Mehrkosten von fast 600 000 Euro wirklich zum Tragen kommen", meinte der Kirchenpfleger. Bisher sei man bei allen Arbeiten mit "plus/minus null" rausgekommen, fügte Landgraf hinzu. Es habe also keine Kostenüberschreitungen gegeben. Beer glaubt, dass der Turm im Herbst 2017 saniert ist.
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