Sauer über die marode Mauer

Sie bröckelt, sie ist schmutzig und erzürnt offensichtlich die Besucher heftig. Die Mauer rund um den städtischen Dreifaltigkeits-Friedhof ist kein schöner Anblick. Die Kommune weiß um das Problem, ob die Mauer heuer noch repariert wird, ist hingegen fraglich. Bild: Hartl

Die Besucher sind wütend. Eine Ambergerin spricht sogar von einer Schande für die Lebenden und die Toten. Die Mauer, die den Dreifaltigkeits-Friedhof umgibt, ist in einem erbärmlichen Zustand. In der Verantwortung steht die Stadt.

In einem Schreiben an die Redaktion macht eine Friedhofsbesucherin ihrem Ärger Luft. Zur Bekräftigung schickte sie ein Bild vom östlichen Teil der Mauer mit. Darauf gut zu sehen sind die vielen kaputten Stellen. Der Anstrich ist schmutzig, der Putz bröckelt. Frostaufbrüche ziehen sich wie tiefe Furchen über Teile der etwa zwei Meter hohen Umgrenzung.

Jahrelang nicht reagiert

Der Vorwurf der Bürgerin: Das städtische Friedhofsamt habe jahrelang auf Hinweise nicht reagiert. Schon viel zu lange böte sich den Angehörigen der dort liegenden Toten dieser trostlose Anblick. Die vielen abfälligen Bemerkungen über die marode Wand von Besuchern aus anderen Städten mag die Dame gar nicht mehr zählen. Die Verantwortlichen des Friedhofsamtes würden sich ihrer Meinung nach nicht betroffen fühlen, da ihnen wohl Inhalte der Form von Ästhetik und Totenehrung verloren gegangen seien. Dreifaltigkeits-Pfarrer Ludwig Gradl kennt die Situation. Gegenüber unserer Zeitung erklärte er gestern: "Ich kann der Stadt natürlich keine Vorschriften machen, aber es wäre schon sehr wünschenswert, wenn die Innenansicht der Mauer endlich saniert werden würde."

Auf Anfrage der AZ betont Pressesprecherin Susanne Schwab: "Der Stadt ist das Problem sehr wohl bekannt." Die Sanierung der Innenmauer stehe sozusagen schon auf der Liste. Da es jedoch für Arbeiten an den städtischen Friedhöfen nur ein begrenztes Budget im Haushalt gibt, müsse diese Reparatur leider noch etwas hinten anstehen. Schwab: "Priorität haben momentan die Baumaßnahmen an der kaputten Aussegnungshalle im Waldfriedhof. Hier besteht Einsturzgefahr, da zählt einfach der Sicherheitsaspekt."

Ob die Mauer in Dreifaltigkeit heuer noch an die Reihe kommt, sei derzeit nicht zu sagen. "Fest steht nur, die Umgrenzung wird nicht eingerissen, sondern die schadhaften Stellen werden ausgebessert - und das Ganze bekommt natürlich einen frischen Anstrich."
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