Schieber leben sicherer

Radler dürfen nicht über einen Zebrastreifen fahren. Trotzdem wird es aber oft - wie hier am Ring - gemacht. Autolenker erkennen die meist schnell einrollenden Radfahrer erst sehr spät oder gar nicht. Unfälle können die Folge sein. Der Verkehrsausschuss beschäftigte sich nun mit dieser Gefahrenquelle. Bild: Huber

Die Zebrastreifen am Ring sind auch für Radfahrer attraktiv. Obwohl sie diese nur als Radl-Schieber überqueren dürften, rollen sie oft schnell darüber hinweg. Und hier beginnt das Problem: Sie werden selbst zu spät erkannt und sorgen so für große Unfallgefahr. Der Verkehrsausschuss suchte jetzt nach Lösungen

Die Sicherheit an Fußgängerüberwegen ist dem Autoclub Europa (ACE) ein Anliegen. Hierzu forderte der Interessenverband im Verkehrsausschuss am Mittwoch verstärkte kommunale und polizeiliche Kontrollen. Als besonders neuralgische Punkte wurden die Zebrastreifen am Kreisverkehr (Querungen Nabburger Torplatz und Kaiser-Ludwig-Ring) erachtet.

Schilder sollen helfen

Dort stellte der ACE fest, dass viele Fahrradfahrer die Fußgängerüberwege ohne abzusteigen und zum Teil schnell überqueren. Es passieren daher nach wie vor an den Zebrastreifen Unfälle, auch mit Personenschäden. Der Autoclub erhofft sich hier eine Entspannung der Gefahrensituation durch eine bessere Beschilderung. Verkehrsreferent Dr. Bernhard Mitko gab dabei zu bedenken, dass die Verkehrsbehörde weder polizeiliche noch kommunale Kontrollen leisten kann. "Die Überwachung des Verhaltens von Radfahrern auf Fußgängerüberwegen gehört nicht zum Aufgabenbereich des städtischen Verkehrsüberwachungsdienstes", betonte Mitko.

Außerdem denkt die Stadt Amberg an keine Änderung der Schilder an den Fußgängerüberwegen. Die bereits vorhandenen Schilder seien ordnungsgemäß aufgestellt. Auch die Polizeiinspektion Amberg sieht die Gefahren in diesen Bereichen, da viele Radfahrer nicht bereit sind, bei Überqueren der Fahrbahn auf dem Zebrastreifen abzusteigen. Dadurch würden in vielen Fällen Autos genötigt, anzuhalten. Dies birgt eine erhebliche Unfallgefahr, insbesondere wenn Radfahrer ungebremst über den Fußgängerüberweg fahren. Von anderen Verkehrsteilnehmern werden sie so erst spät wahrgenommen.

Keine Verbesserung

Eine Verbesserung ist nach Auffassung der Polizei bislang nicht erkennbar, da dort keine Trennung zwischen Geh- und Radweg vorgesehen ist. Solange der Radweg auf den Zebrastreifen zugeführt wird, werden Radler diese Überwege nutzen beziehungsweise missbrauchen. Erst im vergangenen Jahr kam es an besagter Stelle zu einem Unfall mit Radfahrer und Pkw. Die Polizei wird deshalb auch künftig den Verkehr dort gezielt überwachen und kontrollieren.

Rupert Natter (CSU) und Stefan Luttenberger vom ACE sahen vor allem bei den Radlern ein Wahrnehmungsproblem, dass sie an den Zebrastreifen absteigen müssen. Dies sollte mit entsprechenden Hinweisen und Kontrollen aber zukünftig erreicht werden.

Verkehrsreferent Dr. Bernhard Mitko appellierte abschließend vor allem an die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Passanten, Autofahrern und (abgestiegenen) Radfahrern, um die gefährliche Situation am Kreisel nicht unnötig weiter zu verschärfen. (Angemerkt)
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