Schleier voller Geheimnisse

Mit ihren kräftigen Stimmen bereicherten die Lintacher Sänger das Passionssingen. Bilder: ads (2)

Was hat es mit einem Schleier auf sich, der die heiligste Reliquie aller Zeiten sein könnte? Das Passionssingen in der Amberger Bergkirche bot nicht nur stimmungsvolle Musik, sondern befasste sich auch mit so manchem Geheimnis.

Nicht nur die stimmungsvollen Instrumentalstücke und bodenständigen Weisen der Musik- und Gesangsgruppen aus der Region prägten das Passionssingen der Oberpfälzer Volksmusikfreunde in der Mariahilfbergkirche in Amberg. Spannende Geschichten über das Turiner Grabtuch und den Schleier von Manopello "Volto Santo" als heiligste Reliquien aller Zeiten trug Organisator Hermann Frieser vor.

Bläserklänge zum Auftakt

Mit fulminanten Bläserklängen eröffnete der Posaunenchor Thansüß leidenschaftlich mit einer Arie die Veranstaltung. Die Franziskanerpatres als Hausherren freuten sich, dass die Tradition des Passionssingens gepflegt werde. Mit den Birgländer Sängerinnen, der Birgländer Stubenmusi, den Lintacher Sängern und dem Posaunenchor Thansüß hatte Frieser wieder einige regionale Musik- und Gesanggruppen gewinnen können, die ein anspruchsvolles Programm zeigten. Frieser selbst ging auf die wissenschaftlichen Untersuchungen des Schleiers von Manopello "Volto Santo" ein und sprach vom "Heiligsten aller Reliquien".

Rätsel geben laut Frieser die Herkunft, das Material und das darauf befindliche Gesicht auf. "Bei dem 17,5 Zentimeter breiten und 24 Zentimeter hohen Schleier, der mit den unregelmäßigen Proportionen des Gesichtes und der Lage der Wunden mit denen des Antlitzes auf dem Turiner Grabtuch übereinstimmt, könnte es sich um ein Tuch aus dem Grab Jesu Christi handeln", sagte Frieser. Es könnte aber auch das Schweißtuch der Veronika sein. Sicher sei, dass der Schleier eine Abbildung trage, die identisch mit der des Turiner Grabtuchs sei. Letzteres beschäftige unzählige Wissenschaftler immer wieder. Sie alle hätten versucht, das große Geheimnis zu lüften. So sei das Turiner Grabtuch zum größten Rätsel der Menschheitsgeschichte geworden. Gelöst sei es nach Zehntausenden von Untersuchungsstunden in der rund 100-jährigen Forschungsgeschichte aber immer noch nicht, erklärte Frieser.

Der Organisator blickte zurück ins Jahr 1898, als der Amateurfotograf Secondo Pia das Turiner Grabtuch erstmals fotografiert hatte und dabei eine Entdeckung machte: Das Abbild auf dem Tuch entpuppte sich als Foto-Negativ und zeigte einen schwer misshandelten Mann. Mit Bildern von den Wundmalen Jesu wurden Kreuzigung, Geißelung, Krönung mit der Dornenkrone und dem Sturz unter dem Kreuz verdeutlicht.

Würdevoll und erhebend

Das Leiden und Sterben des Gottessohnes interpretierten die einzelnen Musikgruppen hervorragend. Getragen und würdevoll, schwer und dennoch erhebend waren die Gesangs- und Instrumentalbeiträge. Die hellen und klaren Stimmen der Birgländer Sängerinnen bildeten einen ausgezeichneten Kontrast zu den kräftigen Stimmen der Lintacher Sänger. Die Birgländer Stubenmusi ergänzte wunderbar die erhebenden und mächtigen Bläserklänge des Posaunenchors Thansüß. Nach dem Passionssingen gab es für die Zuhörer Kaffee und Kuchen im Kloster.
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