Schneise für Holzbau schlagen

Die Stadt ist einer der größten kommunalen Waldbesitzer in Ostbayern. Daraus könnte doch imageträchtiges Kapital geschlagen werden, wagte die SPD einen politischen Vorstoß. Jetzt kamen erste Ergebnisse auf den Tisch.

(zm) Das war kein Schnellschuss. Schon bald nachdem sich die SPD nach der Kommunalwahl 2014 wieder sortiert hatte, ging sie mit dem damaligen Stadtrats-Neuling und Förster Volker Birner das Thema an. Es gab einen Ortstermin auf dem Mariahilfberg mit dem Leiter des Städtischen Forstamtes, Martin Seitz, sowie bei einem Sägewerk und Holzhandel im Landkreis als Schnittstelle der Weiterverarbeitung. Nun legte die Stadtverwaltung eine Art Bestandsaufnahme vor, welche Rolle Holz im Umfeld ihrer Zuständigkeiten spielt.

Den Bericht erstattete Kämmerer Franz Mertel und es kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus: der Energie- und der Bausektor. Demnach betreiben die Stadtwerke zwei Hackschnitzel-Heizanlagen (städtischer Betriebshof, Energiezentrale Schulzentrum Dreifaltigkeit) mit einer Gesamtleistung von 1350 Kilowatt). In geringerem Umfang greift auch die Stadt auf Pellet- und Hackschnitzel-Befeuerungen zurück.

Deutlich komplexer mutet die Thematik hinsichtlich Holz als Baustoff an. So hat laut dem Bericht das Hochbauamt keine Berührungsängste und verweist als größere Projekte der jüngsten Vergangenheit auf die Mensa der Barbaraschule, neue Sporthalle der Dreifaltigkeitsschule sowie Behelfs-Klassenräume (Container) während der Sanierung der Schönwerth-Realschule. Die Gewerbebau und die Stadtbau können parallel vereinzelte Projekte in Ständer-Bauweise benennen, halten mit Bedenken etlicher ihrer Kunden gegen den Baustoff Holz aber nicht hinter dem Berg.

Übergreifen sieht Mertel zudem Probleme, bei öffentlichen Ausschreibungen die Verwendung von Holz aus dem städtischen Waldbesitz als Bedingung zu formulieren. Zusammenfassend kommt der Bericht aus der Verwaltung zu dem Ergebnis, "dass die Stadt und ihre Töchter schon seit langem auf Holz als Baustoff beziehungsweise als Energieträger setzen und dies in Zukunft noch verstärken wollen. Zudem sei "die überörtliche Vermarktung sichergestellt".

Mit diesem wohlklingenden Satz wollte sich Birner jedoch nicht widerspruchslos abfinden. In der Summe kommt er zu dem Ergebnis, dass "der Holzbau so gut wie keine Rolle" innerhalb des gesamten Baugeschehens in der Stadt spiele und die energetische Nutzung auch noch deutlich ausbaubar sei. Der SPD-Stadtrat verwies beispielsweise auf den Mehrfamilien-Wohnhausbau, hier könne Amberg kein Projekt vorweisen, appellierte Birner, auch solche Vorhaben einmal in die Diskussion einzubringen. Österreich und die skandinavischen Länder seinen hier schon deutlich weiter.

Auf grundsätzliche Widerstände innerhalb des Ausschusses stieß diese Auffassung keineswegs, zumal der Vorstoß der SPD ausdrücklich auch darauf abzielt, eine möglichst geschlossene Wertschöpfungskette in der Region zu etablieren. Bürgermeister Martin Preuß (CSU), der die Sitzung leitete, möchte jedoch unter keinen Umständen so weit gehen, als Kommune im Einfamilien-Wohnhausbau einseitig für Holzbauweisen Partei zu ergreifen. Das solle dem Markt überlassen bleiben.

Einen förmlichen Beschluss fällte das Gremium zu diesem Thema nicht. Der Tagesordnungspunkt fiel unter die Rubrik Bekanntmachungen. Es klang jedoch durch, auf dieser Ebene weiter diskutieren zu wollen und eventuell Gastreferenten zu spezielle Aspekten einzuladen.
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