Schnell auf die eigenen Beine

Zur Verringerung des Fachkräftemangels werden auch Migranten gebraucht. Gerade jugendliche Flüchtlinge seien hochmotiviert, Deutsch zu lernen und eine Ausbildung zu machen. Dies wurde bei der Bezirksversammlung der Grünen in Amberg vertreten.

Die Partei hatte Winfried Mellar eingeladen, Geschäftsführer Fachkräftesicherung der IHK Oberpfalz. Nach der Begrüßung durch Kreisvorsitzenden Hans-Jürgen Bumes ging Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol auf die Flüchtlingspolitik ein. Allein aus Syrien und dem Irak seien über acht Millionen Menschen auf der Flucht. Die humanitären Katastrophen führten in Bayern zu höheren Zuwanderungszahlen. So nehme der Freistaat heuer etwa 35 000 Flüchtlinge auf. Mistol forderte mehr legale Zuwanderung: "Wir müssen einen größeren Beitrag leisten. Die Staatsregierung darf die Kommunen nicht im Regen stehen lassen."

Mellar beleuchtete den Fachkräftemangel: "Durch den demografischen Wandel werden wir weniger, älter und bunter", verdeutlichte er. Viele Arbeitsmarktpotenziale seien unzureichend genutzt. So könnten mehr Frauen und ältere Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Migranten seien eine weitere wichtige Säule. Neben Nachkommen der Gastarbeiter, Spätaussiedler und Einwanderer seien Flüchtlinge sehr aufgeschlossen, sich einzubringen. Die Asylverfahren seien aber hinderlich. So dauere es oft über ein halbes Jahr, bis diese abgeschlossen seien. Einige Menschen seien während der Ausbildung von Abschiebung bedroht. Mellar plädierte dafür, in den ersten Jahren von staatlicher Seite viel Geld auszugeben, damit Migranten schnell auf eigenen Beinen stehen und so ihren Beitrag zum Gemeinwohl leisten können.

In diese Kerbe schlugen auch Anne Kuchler (Caritas-Asylbewerberberatung), Klaus Meierhöfer, Mignon Beßenreuther und Marta Igras (Wohngruppe A Capella, Loew'sche Einrichtungen). Seit einem Jahr betreut diese Gruppe unbegleitete minderjährige Flüchtlinge - aktuell zwölf aus diversen Ländern. Dank der Hilfe der Kommunalpolitik seien die Jugendlichen zusehends integriert, etwa als Mitglied im Sportverein.
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