Schock nach Doppelschlag

Der FC Amberg hatte den Würzburger FV jederzeit im Griff, auch wenn in der zweiten Hälfte etwas Leerlauf im Spiel war. Bezeichnend für die Einstellung der Spieler des FC: Verbissen setzte sich hier Sven Seitz (links) gegen Benjamin Schömig durch, da konnte der Gegner klammern und halten, wie er wollte. Bild: ref

Marco Wiedmann teilte zweimal aus, und der Trainer des Würzburger FV war restlos bedient. Vor allem wegen eines der beiden schnellen Tore, die der Stürmer des FC Amberg gleich zu Beginn des Bayernliga-Spiels schoss.

Manchmal passen Wetter und Fußball ja ganz gut zusammen - so auch am Samstag im Stadion am Schanzl. Denn bei fast schon frühlingshaften Temperaturen holte sich der FC Amberg mit einem 3:0-Heimerfolg gegen den Würzburger FV den fünften Sieg in Folge - und das mehr als verdient.

Ambergs Trainer Timo Rost war zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: "Wir haben gegen einen Gegner, der zuletzt richtig stark drauf war, sehr wenig zugelassen und haben vor allem in der ersten Halbzeit sensationell gespielt." Eine Einschätzung, die Gästetrainer Christian Graf teilte: "Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft verloren." Einen großen Einwand hatte Graf aber doch noch - der hatte seinen Ursprung in der 6. Spielminute.

Aus oder nicht

Der FC Amberg begann mit der gleichen Aufstellung wie beim 4:1-Sieg in Aubstadt, bei Würzburg rückten Leroy Mabikounou und Patrick Hofmann in die Startformation. Für den ersten Höhepunkt sorgte aber Marco Wiedmann - in besagter 6. Minute. Da eroberte Ambergs Spielmacher den Ball direkt vor der Gästebank an der Auslinie, ließ auf dem Weg zum Tor zwei Mann stehen und versenkte den Ball aus spitzem Winkel eiskalt zum 1:0 - all das technisch perfekt. Ein Tor, das aus Sicht von Christian Graf aber nicht hätte zählen dürfen: "Für mich war das die Schlüsselszene des Spiels. Der Ball war klar im Aus und es geht weiter." Timo Rost sah das anders: "Der Ball war vieles, aber keine ganze Umdrehung außerhalb."

Noch ärgerlicher wurde es für Graf aber, als zwei Minuten später Marco Wiedmann zum zweiten Mal traf - diesmal allerdings ohne Beanstandung. Nach einem weiten Einwurf von Alexander Jobst segelte der Ball an Freund und Feind vorbei in die Strafraummitte, wo Wiedmann völlig frei zum 2:0 einschob (8.). Für Graf war "die Messe damit schon gelesen, da gingen unsere Köpfe runter."

Bestens aufgelegt

Den Würzburgern, die ja auch immerhin seit fünf Spielen ohne Niederlage waren, war der Schock der frühen Gegentreffer anzumerken. Offensive Aktionen gab's kaum von den Unterfranken, die beste hatte Benjamin Schömig, der aber von der Strafraumgrenze deutlich verzog (19.). Der FC Amberg zeigte hingegen einen starken Auftritt: passsicher, technisch stark und offensiv bestens aufgelegt. Zu mehr als einer 2:0-Pausenführung reichte es aber trotz guter Möglichkeiten von Sven Seitz (21.), Tobias Wiesner (42.) und Julian Ceesay (44.) nicht.

Nach der Halbzeit wurden die Gäste, die vorher nicht unbedingt großen Offensivwillen gezeigt hatten, etwas druckvoller, gefährlich wurde es aber nur selten für die Gastgeber. Ganz im Gegenteil: In der 51. Minute hatte Benjamin Werner Pech, als er eine Flanke von Tobias Wiesner per Direktabnahme an die Latte setzte.

Götz hält sicher

Danach gab es erst mal viel Leerlauf: Der FC schaltete etwas zurück und Würzburg schaffte es nicht, eigene Chancen heruaszuspielen. Erst zehn Minuten nahm der Würzburger Druck etwas zu und die Gäste kamen zu einigen Möglichkeiten. Die beste vereitelte FC-Torwart Matthias Götz (der zuvor einige Minuten am Knie behandelt werden musste) in der 87. Minute, als Rene Schäffer völlig frei zum Kopfball kam.

Knorr ins obere Eck

Für den 3:0-Endstand sorgten dann zwei eingewechselte Amberger: Michael Dietl vernaschte zwei Gegenspieler, legte quer zu Christian Knorr und der zwirbelte den Ball ins obere Eck (90.). Ein Ergebnis, das vor allem aufgrund der ersten Halbzeit so in Ordnung geht, wusste auch Trainer Timo Rost, der aber auch noch Verbesserungspotenzial sieht: "Die zwei schnellen Tore spielen uns natürlich in die Karten. Aber es gibt noch einiges, woran wir arbeiten müssen."

"Wenn der Schiri ..."

Würzburgs Trainer Christian Graf ärgerte sich da noch immer über die Situation vor dem 1:0: "Wenn der Schiri da die Fahne hebt, weiß ich nicht, wie das Spiel ausgeht." In der aktuellen Form hätte der FC das Spiel wohl auch ohne diesen Treffer noch in die richtige Bahn gelenkt.
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