Schock nach Schlenzer

Torwart Leopold Zingerle (Mitte) faustete in dieser Szene den Ball aus dem Strafraum der SpVgg Greuther Fürth II. Die Franken traten abgeklärt und routiniert im FC-Stadion auf und holten mit zwei Treffern in der Schlussphase einen 3:1-Sieg gegen den FC Amberg. Bild: ref

"Wir dürfen nach unserer Führung nicht auf Teufel komm raus auf das 2:0 spielen gegen so eine konterstarke Mannschaft. In den letzten 20 Minuten waren wir einfach zu naiv, das war nicht gut von uns", ärgert sich Timo Rost, der Trainer des FC Amberg.

Denn seine Mannschaft kann in der Regionalliga Bayern auch weiterhin keine zwei Spiele in Folge gewinnen. Nach dem Auswärtssieg in Memmingen verlor der FC Amberg am Sonntag mit 1:3 (0:0) gegen die SpVgg Greuther Fürth II in einem Spiel, in dem die Hausherren die Partie selbst aus der Hand gaben. Kollege Thomas Kleine konnte sich hingegen über den dritten Sieg in Folge freuen: "Wir sind für unsere Moral belohnt worden, auch wenn es schon ein glücklicher Sieg war", gab der Fürther Coach zu.

Beide Teams begannen die Partie mit jeweils einer Änderung zur Vorwoche. Beim FC musste Timo Rost im Vergleich zum 3:1-Auswärtssieg in Memmingen den am Knöchel verletzten Sebastian Hauck ersetzen, für ihn kam Tobias Wiesner in die Startelf. Auch Fürths Trainer Thomas Kleine änderte seine Elf auf nur einer Position. Die erste Halbchance der Partie hatte Michael Plänitz per Kopf, sein Versuch ging aber knapp vorbei (5.). Auch die kleinen Kleeblätter waren anfangs per Kopf gefährlich: Matthias Götz musste beim Kopfball von Fürths Kapitän Julian Kollbeck nachfassen, hatte den Ball dann aber sicher (10.).

Die größte Möglichkeit der ersten Hälfte hatte der FC in der 11. Minute, als nach einem flachen Ball von Marco Wiedmann erst Benjamin Werner in der Mitte verpasste, und dann Christian Knorr den zweiten Versuch aus guter Position an den Pfosten setzte. In der Folge plätscherte das Spiel vor sich hin, Höhepunkte blieben Mangelware. Der FC war zwar bemüht, verlor den Ball aber zu oft und fand keine Ideen - die schlechten Platzverhältnisse taten ihr Übriges. Die Fürther ihrerseits machten nicht allzu viel nach vorne und warteten auf Kontergelegenheiten. Und so musste man Verlegenheitsversuche von Kai Hempel (27.) oder Fürths Daniel Steininger (27.) aus der Distanz schon als Chancen rechnen.

Bogenlampe auf die Latte

Kurios wurde es in der 40. Minute, als Fürths Verteidiger Christian Held einen Ball abfälschte und die daraus entstehende Bogenlampe oben auf die Latte des eigenen Tores klatschte.

Die zweite Hälfte sollte dann aber etwas für die schwache erste entschädigen. Die erste Gelegenheit hatten die Gäste, als Tobias Gressel Matthias Götz aus der Distanz prüfte, Ambergs Schlussmann reagierte aber gut (59.). Drei Minuten später machte der FC dann das 1:0 - ein Treffer, der irgendwie zu diesem Spiel passte: Ein Freistoß von Thomas Schneider aus gut 20 Metern wurde von der Fürther Mauer abgefälscht und landete im Tor (62.).

Plötzlich zeigten die Gäste, dass auch sie offensiver können und wurden für diese kurze Drangphase prompt belohnt. Nach einem Pass in die Schnittstelle der zu weit aufgerückten FC-Abwehr kam Oliver Gorgiev zu spät, und Daniel Steininger verwertete den ersten anständig vorgetragenen Fürther Angriff zum Ausgleich (72.). Die Antwort des FC wäre fast perfekt gewesen, hätte Leopold Zingerle einen Kopfball von Michael Plänitz nicht überragend aus dem Eck gekratzt (75.). Doch es kam anders: Nach einem Konter der Fürther vernaschte deren Topscorer Stefan Maderer mehrere FC-Verteidiger und brachte den Ball mit einem sehenswerten Schlenzer von der Strafraumgrenze zur überraschenden 1:2-Führung im Amberger Tor unter (81.).

Einfach gedreht

Das Spiel war damit gedreht, ein Schock für die Rost-Elf, die es nicht mehr schaffte, noch einmal gefährlich zu werden. Und so war der Treffer von Jens Wartenfelser zum 1:3 (90.) die endgültige Entscheidung der Partie. Es war ein Spiel, aus "dem man lernen kann, gerade aus den 20 Minuten am Ende", beschrieb es Timo Rost enttäuscht das Gesehene.
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