Schönreden hilft nichts
Angemerkt

Es bleibt die leidige Frage nach der Henne und dem Ei. Ist es legitim, vor Jahren aus langfristig angelegten Einsparungsstrategien subventioniert das Online-Banking zu forcieren, so Kundenfrequenzen in den Filialen zu senken, nun Zweigstellen zu schließen und unterschwellig den Vorwurf zu formulieren: Ihr seid ja nicht mehr oft genug gekommen?

Natürlich ist das legitim, geschickt aber sicherlich nicht. Strukturwandel ist kein Schwarzer-Peter-Spiel und dem Wesen nach erst einmal wertfrei. Bei den Folgen sieht das anders aus. Da müssen ganz genaue Überlegungen angestellt werden, was gebe ich auf, um was zu erhalten. Bloße Wortkosmetik, dass beispielsweise Schließungen keine Schließungen, sondern lediglich Zusammenlegungen sind, helfen da nicht weiter.

Auch keine fadenscheinige Bargeld-Auszahlungsstellen-Arithmetik oder das Angebot, dass Berater ins Haus kommen. Das sind leicht durchschaubare Marketing-Floskeln der Schönfärberei. Fakt ist, dass die unmittelbare Präsenz der Sparkasse in der Fläche reduziert und durch andere Maßnahmen ersetzt wird. Ob das den gewünschten Erfolg hat, wird sich zeigen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass eine einstige Sparkassen-Kernkompetenz, nämlich die Bank des kleinen Mannes gleich um die Ecke zu sein, verloren geht. Denn Großgroß statt Kleinklein können andere auch. Kleinklein aber nicht alle.

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michael.zeissner@derneuetag.de

Reaktion Militär-Sammlung: Erbpacht als Lösung

Amberg. (upl) "Wenn sich in absehbarer Zeit bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für die Militärhistorische Sammlung nichts anderes ergibt, bin ich dafür, mit ganzer Kraft für den Verbleib in der Leopoldkaserne einzutreten." Der Schnaittenbacher Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD) plädiert für einen gemeinsamen Kraftakt aller Politiker aus der Region, um das Depot in Amberg zu halten.

"Es wäre zu schade, wenn diese Sammlung auseinandergerissen würde", teilte Strobl am Freitag per Presseerklärung mit. Nachdem bislang alle Bemühungen gescheitert seien, einen geeigneten Standort zu finden, sei es am vernünftigsten, an der Unterbringung in der Leopoldkaserne festzuhalten. "Es ist sowieso schwierig, für das ganze Areal eine geeignete Lösung zu finden."

Dem Abgeordneten schwebt eine pragmatische Lösung vor: Der Bund könne der Stadt ein Gebäude mit Grundstück für einen Euro oder in Erbpacht zur Verfügung stellen. Dort könne die Sammlung dann dauerhaft bleiben und noch besser museal aufbereitet werden. Strobl: "Wenn alle an einem Strick ziehen würden, muss eine solche Lösung möglich sein." Noch länger zu warten, sei der Sache nicht dienlich.
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