Schon ein bisschen frech
Angemerkt

War es die Gunst der Stunde oder das bloße Kalkül, sich ein Überraschungsmoment zunutze zu machen? Indem Uli Hübner eher nebenbei und recht früh die Diskussion um das 2017 zur Disposition stehende Landtags-Listenmandat eröffnet hat, liegt nun der parteiinterne Ball im Feld potenzieller Mitbewerber, die bisher nur geflüstert hinter vorgehaltener Hand gehandelt wurden.

Sie sind nun angesichts dieses zweifelsohne etwas forschen Vorpreschens durchaus in die Defensive geraten. Die Karten sind jedenfalls schon gemischt, und die Amberger SPD hat sie für diese Runde auch gleich ausgegeben. Groß auftrumpfen mit einem sich nahezu natürlich aufdrängenden Strobl-Nachfolger können weder die Stadt-, noch die Landkreis-Sozialdemokraten. Beide mussten bei den Kommunalwahlen allzu viele (erhoffte) Stimmen- und Mandatsfedern lassen.

Einen Platzhirsch gibt es also nicht, also platzte die Amberger SPD mit ihren Vorstellungen heraus. Das kann durchaus spannend werden. Denn vorgewarnt - das räumte der Stadtrats-Fraktionsvize offen ein - hatte Hübner keinen aus der Landkreis-SPD. Dort mag das durchaus als etwas frech empfunden werden. Doch bei diesem Gedanken kommt keiner um eine gängige Redensart umhin: Frechheit siegt.

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michael.zeissner@derneuetag.de

Blickpunkt SPD: Aus der Traum von den E-Loks

Amberg. (zm) Der frühere Lokomotivführer Martin Seibert war und ist schon berufsbedingt so etwas wie der Bahnexperte der SPD-Stadtratsfraktion. Er zog am Montag am Rande der Haushalts-Pressekonferenz der Amberger Sozialdemokraten in einer anderen Sache ein resigniertes Resümee: Seibert stufte in einer persönlichen Einschätzung den Wunschtraum vieler Regionalpolitiker nach der Elektrifizierung der Bahnlinie Nürnberg - Amberg - Prag als geplatzt ein.

Es geht um die Aufnahme dieser Maßnahme in die höchste Kategorie des vor der Verabschiedung stehenden neuen Bundesverkehrswegeplans. Damit rechnet der SPD-Stadtrat nicht mehr, nachdem sich kürzlich parteiübergreifend höchste Politikprominenz für die Streckenführung Nürnberg - Marktredwitz - Prag habe einspannen lassen.

Deshalb lastet Seibert und mit ihm die Spitze der Stadtratsfraktion den regionalen CSU-Politikern auf Landes- und Bundesebene diese Niederlage an. Sie hätten dieses Vorhaben einer parallelen Entwicklung der Streckenführung über Marktredwitz sowie Amberg - Schwandorf - Furth im Wald zu einer alleinigen Angelegenheit ihrer Partei gemacht und andere nicht eingebunden. Derweil habe sich die CSU auf Landes- und Bundesebene bereits für die nördliche Streckenführung entschieden.
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