Schon lange Schluss mit lustig

Die neueste Anklageschrift war noch nicht richtig draußen, da legte er schon wieder los. Weit unter der Gürtellinie natürlich. Dass er mit einem Bein deshalb erneut im Gefängnis steht, scheint den Schmäh-Blogger aber nicht zu stören.

(zm) Der Mann aus dem Landkreis hat im Freudenberger Freibad Hausverbot, kämpft sich derzeit durch die Gerichtsinstanzen, um einer erneuten Haftstrafe wegen Beleidigung zu entgehen, und feiert in seinen beiden Blogs ein fröhliches Weiter-so. Das hat ihm schon Hausdurchsuchungen der Polizei eingebracht, die Sicherstellung seines PCs und umfangreicher persönlicher Dateien, eine Anzeige nach der anderen und nun eine neue Anklageschrift.

Hausverbot im Freibad

Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier spricht von "einem Parforceritt quer durch das Strafgesetzbuch". Detailliert kann er nichts darüber sagen, weil der dicke Packen von Anschuldigungen derzeit noch beim Amberger Amtsgericht liegt. Dort ist zu prüfen, ob die Anklage zugelassen und dann als Strafprozess verhandelt wird. Amtsgerichtsdirektor Ludwig Stich geht davon aus, dass diese Entscheidung im Spätsommer gefallen sein dürfte. Es bedarf jedoch keiner hellseherischen Fähigkeiten, um von einer Anklage auszugehen. Der 61-Jährige aus dem Landkreis ist einschlägig vorbestraft und musste deswegen bereits Haftstrafen verbüßen. Chronologisch gesehen, nehmen die jetzigen Beschuldigungen ihren Ausgangspunkt im Freudenberger Freibad. Dort waren im vergangenen Jahr der Schmäh-Blogger und ein paar junge Burschen aneinander geraten (wir berichteten). Es ging um wiederholte Anzüglichkeiten des Mannes gegenüber jungen Mädchen. Der Senior flog aus dem Bad. Bürgermeister Alwin Märkl sah sich nach einigem Hin und Her sogar veranlasst, ein zweijähriges Hausverbot auszusprechen. Es gilt immer noch, obwohl es von dem Betroffenen beim Verwaltungsgericht Regensburg beklagt ist, aber noch nicht verhandelt wurde.

Nachdem sich der Bürgermeister so demonstrativ und unmissverständlich vor das Freibad-Personal und die Dorfjugend gestellt hatte, goss der Schmäh-Blogger kübelweise Beleidigungen über alle und jeden Freudenberger aus, nahm das Dorf in die Sippenhaft seiner primitiv-ordinären Beschimpfungen und provozierte mit Versuchen, das Hausverbot zu umgehen. Die beiden nach wie vor öffentlich zugänglichen Blogs des Mannes strotzen zudem von Gewaltverherrlichungen, rechtsradikalen Hardliner-Parolen und spannerhaften Anzüglichkeiten. Und all das im Namen der freien Meinungsäußerung. Dass die klare Grenzen hat, wurde dem Mann bisher nicht nur einmal strafrechtlich aufgezeigt. Aktuell steht deshalb eine zweimonatige Haftstrafe zur Disposition. Dieses jüngste Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
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