Schulisches Gemeinschaftskonzert im Kongregationssaal
Himmlische Gesangsstunde

Konzentration war bei den jungen Musikern an den Geigen angesagt. Die Streicher spielten alle Stücke mit und gaben den Chören oft den Ton vor.
Wo sonst Besinnlichkeit und Ruhe zu Hause sind, herrschte gestern reges Treiben. Kinderstimmen riefen durcheinander und mischten sich unter die ersten Töne der Streichinstrumente, die allmählich eingestimmt wurden. Langsam trudelten verschiedene Schülergruppen im Kongregationssaal der Pfarrei St. Georg am Malteserplatz ein. Anlass waren die Aktionstage "Musik in Bayern", zu denen das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst die bayerischen Schulen eingeladen hatte. Den Appell nahmen auch etliche Amberger Schulen auf. So trafen sich gestern Vormittag Kinder der Grund- und Mittelschule Ammersricht, der Max-Josef-, der Barbara- und der Dreifaltigkeits-Grundschule mit Klassen des Max-Reger- und des Gregor-Mendel-Gymnasiums - insgesamt rund 350 Jungen und Mädchen.

Premiere in dieser Form

Dabei war das Gemeinsame genau das Schöne an der Initiative. "Erstmals ist es in Amberg gelungen, Grundschulen und Gymnasien zum Musizieren zusammenzubringen", betonte Bürgermeisterin Brigitte Netta und genoss eine schöne musikalische Stunde.

Glücksmomente für alle

Schulrätin Beatrix Hilburger freute sich besonders, dass die Kinder aus einem musikalischen Anlass zusammenfanden. Sie sagte, Musik schenke nicht nur den Sängern und Musikern Erfolgserlebnisse, sondern beschere auch allen anderen Beteiligten Glücksmomente. Hilburger appellierte an die Zuhörer, die Botschaft der Musik aufzunehmen und sich von ihr verzaubern zu lassen.

Auch Heidrun Leitz, Fachberaterin für Musik und gleichzeitig Organisatorin des Tages, sagte, es gehe bei dieser Veranstaltung nicht darum, etwas musikalisch vorzutragen, sondern darum, "dass wir uns gemeinsam etwas Gutes tun". Dieser Meinung war auch Kulturreferent Wolfgang Dersch. Er beschrieb das Konzert als Wohltat für Geist und Körper. Dass das Gemeinsame im Vordergrund stand, sah man allein schon daran, dass es keine Bühne im eigentlichen Sinn gab. Die Schüler nahmen dieselben Plätze ein wie Eltern und Lehrer. Jeder Zuhörer konnte jederzeit zum Akteur werden.

Unter der Moderation von Leitz gaben die Jungen und Mädchen, begleitet von der Streichgruppe, Kinderlieder wie "Mein Hut, der hat drei Ecken" oder "Der Kuckuck und der Esel" zum Besten. Doch, wer meint, es wurde nur gesungen, irrt. Beim Stück "Komm', mach mit, das wird ein Hit" war auch körperlicher Einsatz gefragt. Die Kinder drehten sich, klatschten und winkten, sie strampelten und sprangen.

Zeichen der Freundschaft

Als die Kleinen das Stück "Hand in Hand" trällerten, fassten sie sich an Händen - ein symbolischer Moment, der dem Motto des Aktionstags "Musik kennt keine Grenzen" einen anschaulichen Aspekt verlieh. Denn, wo es keine Grenzen gibt, wachsen Verbindungen. "Gemeinsames Musizieren lässt Freundschaften entstehen", fasste Hilburger die Bedeutung der Begegnung zusammen.

Manche Kinder sangen sanft und leise, manche laut und eindringlich. Alle aber verschmolzen zu einem freudvollen Ensemble. Die Engel im Kongregationssaal wären auf diese schönen Stimmen sicher neidisch gewesen.
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