Schwimmen im "Zickzackkurs" an der Tagesordnung
Bad in der Menge

Die für Vereine und Schüler reservierten Bahnen im Kufü-Schwimmerbecken sorgen bei manchen Badegästen für Aufregung. Bilder: Hartl (2)

So mancher Kufü-Gast grummelt - weil er sich in seiner Schwimmfreiheit eingeschränkt fühlt. Ein AZ-Leser formuliert es so: "Ich kann doch auch nicht eine Fünf-Zimmer-Wohnung vermieten, den vollen Preis verlangen und dem Mieter sagen, er darf aber drei von den fünf Zimmern nicht nutzen."

Beklagt wird sich darüber, dass im Schwimmerbecken mindestens zwei Bahnen für Vereine oder Kinder abgesperrt seien, manchmal sogar drei. Der Bademeister habe nur erklärt: "Geht halt nicht anders." Die Kritiker sehen das nicht so: "Ich und meine Bekannten meinen, so geht es halt nicht. Wir zahlen schließlich fünf Euro Eintritt für eineinhalb Stunden Schwimmen", heißt es in einer Mail an die AZ-Redaktion.

Und weiter: "Es ist wirklich schlimm, wenn man versucht, auf den 60 bzw. 40 Prozent, die im Schwimmerbecken noch übrig bleiben, normale Bahnen zu ziehen. Im Regelfall schwimmst du im Zickzackkurs unter ständigem Stoßen. Manchmal geht überhaupt nix, da muss man erst warten, bis wieder ein paar Meter zum Schwimmen da sind. Ich mag da gar nicht mehr hingehen. Ich hab nix gegen Schulklassen und Vereine, die müssen ja auch ihr Zeug machen, aber für meinen Eintritt möchte ich auch die dementsprechende Leistung." Vielleicht, so der Vorschlag des Lesers, könnten die Vereine ja ab 20 Uhr trainieren oder das Aquafit-Becken "mit den sündhaft teuren Geräten, die kaum einer nutzt", dementsprechend ausgebaut werden.

Stadtwerke wollen helfen

Karoline Gajeck-Scheuck, Sprecherin des Kufü-Betreibers Stadtwerke, weist darauf hin, dass seit April 2014 das Hallenbad in Kümmersbruck wegen einer Generalsanierung geschlossen sei. Sie erläutert: "Zur Unterstützung der dort übenden Vereine - Wasserwacht Vilstal-Kümmersbruck, Schwimmschule Aqua-Vitalis, Schwimmabteilung des TV 1861 und der Sportgemeinschaft Siemens - haben sich die Stadtwerke entschlossen, im Kurfürstenbad, soweit möglich, die eine oder andere Bahn mehr als im Regelfall zur Verfügung zu stellen." Weil den Stadtwerken ihre Badegäste sehr wichtig seien, habe man Anfragen der Schwimmvereine auf noch mehr Bahnen abgelehnt.

Bitte um Verständnis

Nur durch die Verteilung der normalerweise in Kümmersbrucker trainierenden Vereine auf das Kufü und drei weitere Bäder sei es möglich, dass diese ihre Übungsstunden abhalten können. "Auch die im Kurfürstenbad schwimmenden Vereine mussten sich einschränken, respektive ihre Schwimmzeiten mit den Kümmersbruckern teilen."

Bis das Bad in Kümmersbruck wieder öffnet - voraussichtlich heuer im September -, werde "ein beengtes Schwimmen zu bestimmten Stoßzeiten nicht vermeidbar sein". Die Belegzeiten könnten im Kufü-Foyer eingesehen werden. Aus den genannten Gründen bittet Gajeck-Scheuck die Badegäste aber "um Verständnis"
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