Segen nicht für jeden Wunsch

Wegen nur einer Spur für Geradeausfahrer und Rechtsabbieger müssen Letztere oft warten.

Neben dem Forum ging es bei der Bürgerversammlung am Mittwoch um neue Parkmöglichkeiten in Altstadtnähe. Auch hier hatte die AZ mit einem Exklusivbericht am vergangenen Samstag die Nase vorn. Auf einer ganzen Seite präsentierten wir Markus Kühnes kühne Ideen, die so nicht mehr ganz neu, aber immer noch kühn waren.

Natürlich hatte Oberbürgermeister Michael Cerny dem städtischen Baureferenten dieses Thema überlassen. Markus Kühne begann am Bahnhof, wo seiner Ansicht nach eine attraktive Altstadt bereits anfangen muss: mit einem ebenso attraktiven voll eingegrünten Parkhaus, das auf dem jetzt kaum genutzten Multifunktionsplatz entstehen könnte.

Der Clou dabei: Es wird an der Front durch Läden und eine Gastronomie geprägt (Letztere wäre auch auf einer Dachterrasse denkbar), die ein neues Entree zur Innenstadt bilden. Außerdem nimmt die Rundum-Begrünung optisch den Grüngürtel um die Stadtmauer auf und schafft so alles andere als Parkhaus-Look. Kühne(s) Idee Nummer zwei: Ein ähnliches Entree-artiges Parkhaus für die Fachhochschule, das gleichzeitig per Fußgängerbrücke über den vierspurigen Ring die Brücke zur Weststadt schlägt, die nach Ansicht des Baureferenten ebenso wenig vernachlässigt werden sollte beim Thema neues Parken. Sozusagen dazwischen ließe sich dann das Deck an der Kräuterwiese aufdoppeln und ebenso eingegrünt attraktiver machen.

Zusammen mit einem neuen Parkleitsystem und einem besseren Sichtbarmachen vorhandener Garagen wie der am Ziegeltor ließen sich Ambergs Möglichkeiten so von derzeit rund 1600 auf 3200 Stellplätze verdoppeln, wobei Kühne und der OB betonten, dass dies alles erst Überlegungen ohne weitere Schritte oder definitive Entscheidungen seien. Die Bürgerversammlung hatte aber mit den Wünschen und Anliegen von sieben Antragstellern weitere Themen zu bieten, zum Beispiel:

Friedhofshalle Dreifaltigkeit

Erhard Hirmer beklagte die marode aussehende Fassade der Aussegnungshalle im Dreifaltigkeitsfriedhof und bekam sofort recht: Sozialreferent Dr. Harald Knerer-Brütting sagte zu, dass sie 2015 saniert werden soll. Was das noch schlimmer dastehende Leprosenhaus beim Katharinenfriedhof betrifft, informierte er, dass es im Privatbesitz ist und die Stadt nur mit dem Eigentümer reden könne, ob er nicht etwas tun will.

Raserei in Schäflohe•

Anwohner Hans Koller berichtete von häufig deutlich zu schnell fahrenden Autos auf der Ortsstraße In der Schäflohe - vor allem zu Berufsverkehrszeiten am Morgen und am späten Nachmittag. Seinem Wunsch allerdings, hier nach dem Ortsschild mit weißer Farbe "Tempo 50" auf die Fahrbahn zu schreiben, wollten die Stadtvertreter nicht nachkommen. Weil das ebenso ignoriert werde wie das eigentlich schon aussagekräftige Ortsschild, das die 50-km/h-Grenze vorschreibe. Was Tempokontrollen betrifft, sicherte die Stadt zu, hier die Mitarbeiter ihres neuen kommunalen Überwachungsverbunds in Abständen einzusetzen.

Schließung Erdgastankstelle

Thomas Pesold kritisierte, dass die Stadtwerke den Betrieb der Erdgastankstelle am Bahnhof einstellen wollen, nachdem hier nach seiner Ansicht jahrelang eine undurchsichtige und zu hohe Preispolitik geherrscht habe. Dazu stellte Geschäftsführer Dr. Stephan Prechtl klar, dass die Regionalbus Ostbayern Eigentümer der Liegenschaft sei und den Stadtwerken den Pachtvertrag gekündigt habe - nicht umgekehrt.

Außerdem habe sich weder der Absatz von maximal 450 Tonnen Erdgas pro Jahr gelohnt, noch hätten die Stadtwerke auf Dauer mit den hohen Energiekosten zur Komprimierung des Kraftstoffs an dieser solitär gelegenen Stelle zufrieden sein können. Obendrein verdeutlichte Prechtl: Derzeit fahren in Stadt und Landkreis nur 64 Menschen ein Erdgasfahrzeug, die als potenzielle Kunden infrage kämen - damit sei die Nachfrage einfach zu gering.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.