Seine neue Enzyklika erntet Kritik und lobende Worte
Optimistischer Papst

Beate Eichinger, bischöfliche Beauftragte für Umweltfragen, bei ihrem Vortrag im Café Zentral. Bild: hfz
Dass sich rund 70 Zuhörer im Café Zentral eingefunden hatten, zeigt das große Interesse der Öffentlichkeit - nicht nur der Katholiken - an der neuen Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus. Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) veranstaltete diesen Vortrags- und Gesprächsabend, und auch der Club der Nachdenklichen und der Arbeitskreis Fair-Trade-Stadt hatten Besucher mobilisiert. Johann Bauer von der KEB hieß als Rednerin Beate Eichinger aus Regensburg willkommen. Sie ist theologische Referentin und Bischöfliche Umweltbeauftragte des Bistums.

Als solche empfinde sie das lang erwartete Lehrschreiben des Papstes als Steilvorlage für ihre Arbeit. Schon am Untertitel sei eine eindeutige Tendenz auszumachen: Aus "Sorge für das gemeinsame Haus" entwickele Franziskus einen Appell an alle Menschen guten Willens, der ethisch, gesellschaftspolitisch und theologisch begründet sei. Ermutigend sei der Optimismus des Schreibens. Statt eine Weltuntergangsstimmung zu erzeugen, spreche der Papst davon, die Verantwortung jetzt zu übernehmen, dass ein neuer Anfang möglich sei und dass man freudig und singend vorangehen müsse.

Dr. Rudolf Roßkopf vom Club der Nachdenklichen sah als Hauptschwäche der Enzyklika die unkritische Sicht des ungeheuren Bevölkerungswachstums. Bereits jetzt sei die Welt dadurch aus den Fugen gebracht. Auch in diesem, der Zukunft der Menschheit zugewandten Schreiben über die sozioökologische Entwicklung sei keine Strategie dazu zu erkennen. Zudem reflektiere der Papst wenig über die entscheidende Rolle der Frau als Trägerin von Kultur und Bildung, die insbesondere in nicht-christlichen Kulturkreisen zu entwickeln sei.

In der Diskussion wurde wohl auch Kritik anerkannt, mehr aber doch der beachtliche Wurf des Lehrschreibens gewürdigt. Nicht alle Defizite könne der Papst angehen, aber eindeutig sei bei ihm die innere Logik und die äußere Zielrichtung des Schreibens; Gerechtigkeit und Ökologie gehörten zusammen.
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