Seit 12. Jahrhundert

Landgerichte existieren laut Dr. Wolfgang Schmalzbauer nicht erst seit 1879, sondern in Bayern bereits seit Ende des 12. Jahrhunderts. Die "(Land-)Schranne zu der Eichernen Stauden" als Ambergs Gerichtsstätte entstand bereits erheblich früher. Sie war dann aber Ort für das Landgericht von 1268 bis 1564. Ab 1564 tagte das Landgericht im Rathaus. Aufgaben, Zuständigkeiten und Funktionen des Gerichts haben sich im Laufe der Jahrhunderte mehrmals durchgreifend gewandelt, weiß Schmalzbauer.

Ursprünglich mit Schaffung der Wittelsbachischen Territorialherrschaft Ende des 12. Jahrhunderts war das Landgericht das herzogliche Hochgericht, zuständig für die privilegierten Zivilrechtsfälle (Streitigkeiten über Lehen, Grundeigentum und Erbe an Grund und Boden). Ebenso für die Blut- bzw. Halsgerichtsbarkeit in Strafsachen. Zu ihr gehörten in Bayern die "drei Fälle" Totschlag, Notzucht und Straßenraub bzw. Diebstahl.

Den weiteren Verlauf der Geschichte gliederte Schmalzbauer in die folgenden Entwicklungen: Die Zeit der Gerichtstage des herzoglich-bayerischen Landgerichts Burglengenfeld auf der Amberger Landschranne (1268-1329); die Epoche des churpfälzischen Landgerichts Amberg (1329-1621); die churbayerische- sowie die churpfalzbayerische Zeit des Landgerichts (1621 bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts), die großen Justizreformen des 19. Jahrhunderts sowie die Entwicklung des Landgerichtbezirks seit dem Jahr 1879. (usc)
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.