Seit drei Jahren auf der Suche

Hartz-IV-Empfänger kommen genauso an Wohnungen wie Nicht-Hartz-IV-Bezieher.

Die Vorzeichen könnten besser sein: Eine Alleinerziehende mit vier Kindern, Hartz IV-Empfängerin, sucht eine Wohnung in Amberg. Alles, was sie bisher probiert hat, war aussichtslos. Jetzt will die 37-Jährige es trotzdem noch einmal mit einem öffentlichen Aufruf versuchen. Für ihre Kinder, für sich und weil sie nach viel Pech im Leben die Hoffnung auf etwas Glück nicht aufgibt.

Alles wäre besser. Nur nicht diese Schimmel-Bude. Maria M. (Name der Redaktion bekannt) will anonym bleiben, weil sie niemanden bloßstellen möchte. Ihren Vermieter nicht und ihre Kinder schon gar nicht. Aber trotzdem hat sie das Gefühl, etwas tun zu müssen. Maria M. wendet sich an die Amberger Zeitung, weil sie einfach nicht mehr weiß, was sie sonst machen könnte. "Ich suche eine Wohnung", sagt die 37-Jährige. "Für mich und meine vier Kinder." Bei letzterer Info hakt das Interesse potenzieller Vermieter oft bereits aus.

Dabei hat die Ambergerin nach eigenen Auskünften gar nicht so hohe Ansprüche: In der Stadt sollte das Appartement sein, da sie keinen Führerschein besitzt, und um die 100 Quadratmeter groß, eben genug Platz für sie und ihre vier Kinder im Alter von 17, 15, 9 und 8 Jahren, die zum Teil auch in Amberg Realschulen besuchen. Die gelernte Bäckereifachverkäuferin lebt derzeit von Hartz IV. Die Wohnung würde das Amt bezahlen - aber geeignete Objekte sind rar. "Vielleicht liegt es auch an mir", sucht die 37-Jährige nach Gründen. Aber konkret habe ihr noch niemand gesagt, warum sie eine Wohnung nicht bekomme. "Einen Makler kann ich mir nicht leisten."

Maria M. ist seit drei Jahren auf Wohnungssuche in Amberg. Vor vier Jahren trennte sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann und zog vom Landkreis in die Stadt. Das Domizil, das sie "auf die Schnelle" bezog, stellte sich bald als feucht heraus. Sie wurde krank, hatte fünfmal im Jahr eine Lungenentzündung und wurde im März operiert. Im November steht die zweite OP an. "Deswegen kann ich momentan nicht arbeiten, aber ich möchte wieder, sobald es mir gesundheitlich wieder besser geht." Aus der Zeit ihrer Ehe stammen auch noch andere Schulden, die sie abzahlen müsse. Nebenbei gründete sie ein Kleingewerbe, sie näht, stickt und bastelt Deko-Artikel.

"Ich bin bald am Verzweifeln", sagt die 37-Jährige und will die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben. "Vielleicht meldet sich ja jemand." Wer Maria M. eine Wohnung anbieten möchte, kann sich via E-Mail an redaz@zeitung.org wenden. Die Redaktion stellt den Kontakt her.
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