Sharon Stone und Gregor Gysi - so unterschiedlich beide sind, eines haben sie gemeinsam: Beide hatten schon einmal ein Hirn-Aneurysma, eine gefährliche Ausbuchtung einer Schlagader im Gehirn. Besonders betroffen sind Menschen ab 40 Jahren, Frauen häufiger als Männer. Das war jetzt beim "Ratgeber Gesundheit" im Klinikum zu erfahren.
Die stille Gefahr im Kopf

Gefährlich wird es, wenn ein Aneurysma wächst. Denn mit der Größe steigt das Risiko, dass die Gefäßwand reißt. Wenn das passiert, läuft Blut in den Gehirnraum. Bild: dpa
Ursache für ein Hirn-Aneurysma ist eine schwache Gefäßwand. Dieser Mangel kann entweder angeboren oder beispielsweise durch einen Unfall oder eine Infektion entstanden sein. Neben genetischen Faktoren begünstigen Rauchen und Bluthochdruck die Gefahr, dass sich ein Aneurysma bildet und wächst.

Um vorzubeugen, sollte gesund gelebt werden. "Einen sicheren Schutz gibt es allerdings nicht", erklärte Prof. Dr. Andrea Kleindienst, Leitende Oberärztin der Klinik für Neurochirurgie, beim "Ratgeber Gesundheit" in St. Marien. "Statistisch gesehen muss man davon ausgehen, dass von den 100 Zuhörern hier etwa fünf von uns mit einem Hirn-Aneurysma leben", vermutete die Expertin und sagte: "Die meisten Menschen bemerken es aber nicht. Oft wird deshalb ein Aneurysma erst bei einer Routineuntersuchung festgestellt."

Blut im Gehirnraum

Gefährlich werde es, wenn ein Hirn-Aneurysma wächst. Denn je größer es wird, desto größer sei auch die Gefahr, dass die Gefäßwand reißt. "Das nennen wir Ruptur", klärte Kleindienst auf. Nur die wenigsten Aneurysmen platzen, aber wenn das passiert, laufe Blut in den Gehirnraum: "Wir sprechen von einer sogenannten Subarachnoidal-Blutung. Bei einer solchen Blutung bestehe akute Lebensgefahr und es müsse schnellstmöglich operiert werden."

Hirn-Aneurysmen, die noch intakt sind und größer als sieben Millimeter werden, sollten versorgt werden. Eine offene Operation, wie Gregor Gysi sie hatte, ist eine von zwei Behandlungsmöglichkeiten: Dabei werde das Aneurysma mit einem Clip verschlossen. Sharon Stone sei dagegen interventionell behandelt worden. Das heißt: "Bei dieser Methode wird die Ausbuchtung des Aneurysmas mit Platinspiralen aufgefüllt. So kann verhindert werden, dass erneut Blut in die Aussackung läuft."

Regelmäßige Kontrolle

Nach einem Eingriff sollten Patienten allerdings in jedem Fall regelmäßig zur Kontrolle. Eine Empfehlung gab Prof. Dr. Kleindienst allen Zuhörern zusätzlich noch mit auf den Nachhauseweg: "Wenn mindestens zwei Mitglieder Ihrer Familie bereits ein Hirn-Aneurysma hatten, empfehlen wir, zur Sicherheit eine Voruntersuchung machen zu lassen."
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