"Sich bemühen, Kirche zu sein"

"Sich zusammenzusetzen, wenn nötig auch auseinanderzusetzen, jedoch immer bemüht zu sein, dass jeder gern seinen Platz in der Kirche wahrnimmt." Diesen Grundsatz zum Thema "Kirche sein" gab Dekan Markus Brunner in St. Michael aus.

Bei einem Gottesdienst in der Kirche St. Michael führte Dekan Markus Brunner in Konzelebration mit anderen Seelsorgern Alois Berzl als neuen Pfarrer von St. Michael feierlich in sein Amt ein.

Bereits vor der Kirche begrüßten Pfarrer Berzl die Kleinen des Kindergartens St. Michael mit einem Lied, dem die Grußworte des Pfarrgemeinderatssprechers Markus Mußemann und des Kirchenpflegers Stefan Gietl folgten. Dekan Brunner freute sich, dass sein ehemaliger Kurskollege und Zimmernachbar vom Priesterseminar nun als Priester in St. Michael zum Nachbarpfarrer von St. Georg werde. Der Dekan widmete sich angesichts der Tatsache, dass Berzl vor Eintritt ins Priesterseminar Zeitsoldat war, als Leutnant bei der Bundeswehr ausgeschieden ist und die vergangenen zwölf Jahre Militärpfarrer war, der Kirche unter dem Aspekt der "ecclesia militans". "Wie können wir heutzutage die Kirche so sehen?", war seine zentrale Frage.

Er erläuterte den lateinischen Begriff "militare" mit "als Soldat dienen, kämpfen, sich anstrengen". Der Prediger stellte fest: "Bis in unsere Zeit wurde Kirche als kämpferisch, defensiv, abwehrend, als feste, abweisende Burg charakterisiert", und machte darauf aufmerksam, dass diese Sicht historisch bedingt sei.

Als Streitobjekt missbraucht

Er wies darauf hin, dass der Glaube als Streitobjekt und Glaubensgemeinschaft als Streitinstrument bis heute missbraucht werde und nannte den Dschihad als Mittel militanter Islamisten.

"Wir haben aus der Geschichte gelernt und der ,ecclesia militans' eine neue Bedeutung gegeben: Als Christen in der Welt Gott bezeugen, ihm als ,Soldat Christi' zu dienen, sich für ihn anzustrengen, für die Kirche einzutreten, so dass wir nicht mehr streitende, sondern streitbare Kirche sind."

Für Brunner heißt das: "Gott als den Grundstein, den Eckstein und den Schlussstein der Kirche zu erkennen und Kirche als Gemeinschaft zu sehen, die zwar aus Menschen besteht, die jedoch vom Hl. Geist zusammengehalten und beflügelt wird."

Pfarrer Berzl betrete mit der Übernahme der Pfarrei ein neues Feld der Seelsorge, was aber auch einen Aufbruch gepaart mit Neugierde und Tatendrang bedeute und den Wunsch, ein guter Seelsorger zu sein, meinte Brunner.

Fruchtbare Zeit

Die Pfarrgemeinde werde sich sicherlich fragen, wer der Neue sei und wie die Zusammenarbeit werde, verbunden mit dem Wunsch nach Beständigkeit und einer guten, fruchtbaren Zeit mit Pfarrer Berzl. Brunner dankte der Pfarrgemeinde für die geleisteten Dienste und verwies auf das gemeinsame Bemühen, Kirche zu sein.
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