Sich trauen, ehrlich zu sein

Er habe keine Message, sagt Dada Peng. Im Grunde gehe es darum, dass du alles bewusst machst in deinem Leben, egal, ob es Rauchen, Saufen oder Faulsein ist. Bild: Hartl

Ein Hospiz ist ein "ganz lebendiger Platz. Es wird gelebt, gelacht, geweint und gestorben". Dada Peng blättert am Freitagabend durch sein "Buch vom Leben und Sterben".

In diesem Buch hat der Songwriter, Moderator und Autor seine Erfahrungen mit dem Tod lieber, ihm nahestehender Menschen festgehalten. Eingeladen zu der Frühjahrsreihe mit Theater, Autorenlesung und Vortrag hatte ihn der Hospizverein Amberg.

Vor den bodentiefen Fenstern im gut gefüllten Lesesaal der Hochschulbibliothek sitzt Dada Peng mit dem Mikrofon in der Hand. Geboren 1974 in Dortmund mit dem bürgerlichen Namen Mirko Klos, wuchs er in einer typischen Fußballerfamilie auf.

Er studierte einige Semester Film- und Fernsehwissenschaften und Anglistik, lebte in den USA und bereiste die ganze Welt. Seine künstlerische Laufbahn begann er als Tänzer in der "Fledermaus" an der Dortmunder Oper. Er arbeitete als Moderator und Drehbuchautor an über 400 Produktionen für das Tigerenten Clubhaus (Kika) und die Kinder-Talkshow "Yo!Yo!kids" (SWR).

Nicht oberflächlich

Dada Peng ist also ein Profi, der genau weiß, wie man sich und sein Buch präsentiert. Mit Sport-Käppi, Adidas-Jacke und hellen Jeans hat er sich einen jungen Look verpasst. Und locker - aber nicht oberflächlich - ist auch sein Schreib- und Lesestil. Das Vorwort, in dem er sozusagen ins Leben purzelt, überschreibt er mit der Frage: "Who the fuck ist Dada Peng?" Man lernt ihn kennen als impulsiven und intensiven Menschen, wenn er im Buch von seinen eigenen, schmerzlichen Erlebnissen mit dem Tod seiner Eltern berichtet. Oder seine Gedanken und Erlebnisse im Hospiz verrät, wo er ehrenamtlich arbeitete, weil er den Austausch über das Thema Sterben suchte und fand. Mehr Beglückendes als Bedrückendes habe er dort erfahren in der Begegnung mit den Menschen.

Authentisch, intensiv und unkonventionell sind auch seine Songs: "Mein Leben", "Ich bin nur gestorben" oder "Ich kann euch noch sehen". Er platziert sie zwischen die Lesung und das freie Gespräch. Er habe keine Message, sagt Dada Peng abschließend. Im Grunde gehe es darum, dass du alles bewusst machst in deinem Leben, egal, ob es Rauchen, Saufen oder Faulsein ist. Und er habe für sich erkannt: Je natürlicher und unverkrampfter man mit dem Sterben umgeht, desto einfacher ist es für alle Seiten. Man solle sich trauen, ehrlich zu sein.

Preis erhalten

Ehrlich kam auch der Dank der Vorsitzenden des Hospizvereins, Irmgard Huber, rüber. Sie würdigte das Engagement des Autors und verwies auf die Auszeichnung Dada Pengs, dem im Februar in Berlin der Ehrenpreises (Medien) des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands verliehen wurde.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.