Silvester auf dem Amberger Marktplatz
Tote Hose statt coole Sause

Obwohl um Mitternacht rund um den Marktplatz weitgehend nichts los war, ist es unserem Fotografen gelungen, dieses "menschliche Feuerwerk" aufzutreiben. Wenigstens diese sieben jungen Menschen hatten offenbar viel Freude. Bild: Huber

Es gab Zeiten, da war der Amberger Marktplatz an Silvester gefährlicher als die Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Da wurde mit allem aufeinander geschossen, was das Herz des Pyrotechnikers erfreut. Doch diesmal war alles ganz anders.

"Wir waren absolut überrascht, aber der Marktplatz war an Silvester völlig ruhig", so vermeldet Hauptkommissar Ingo Witte an Neujahr für die Polizeiinspektion. Und fügt hinzu: "Sehr, sehr, sehr ruhig." Tatsächlich hat bei diesem Jahreswechsel im Herzen der Stadt so etwas wie tote Hose geherrscht. Nur wenige Passanten waren um Mitternacht auf den Straßen und Plätzen zu finden, das seit Jahrzehnten obligatorische Hochleistungs-Geballere fiel diesmal aus.

Ingo Witte von der Polizei: "Die klassischen Ausfallerscheinungen der Silvesternacht haben wir diesmal in der Stadt überhaupt nicht gehabt." Keine Brandverletzungen, keine Schlägereien, keine randalierenden Horden, die mit Chinaböllern bewaffnet durch die Innenstadt ziehen. "Diese Zeiten sind offenbar vorbei", so Witte. Es sei beinahe schon so ruhig gewesen, dass man sich fast Sorgen um das Amberger Nachtleben machen müsse, fügt er hinzu.

Viel zu retten

Während die Amberger zur Freude der Polizei also relativ friedlich ihre Raketen in den Himmel schickten, die ausgefeiltesten Feuerwerks-Batterien zündeten und sich mit einem Gläschen Sekt ein gutes neues Jahr wünschten, hatten die Rettungsdienste ordentlich zu tun. In der Integrierten Leitstelle (ILS), die nicht nur die Stadt sondern auch die Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf abdeckt, war für einen "normalen" Silvesterabend sogar sehr viel los.

Rund 130 Notfälle verzeichnete die ILS im Zeitraum von 31. Dezember 19 Uhr bis 1. Januar um 9 Uhr. Vor allem Stürze auf eisglatten Straßen und Gehwegen waren es, die den Einsatz der Rettungkräfte erforderten. Dazu kamen die "üblichen" Schlägereien, Alkohol und feuerwerksbedingte Verletzungen. "Einfach alles, was zu Silvester dazugehört", sagt Schichtführer Thomas Schmidt.

Während es in der Stadt Amberg also äußerst friedlich zuging, herrschte in den Landkreisen ordentlich Rettungsbetrieb. "Teilweise sind unsere Fahrzeuge gerade mal so wieder freigeworden, dass sie zum nächsten Einsatz fahren konnten", sagt Thomas Schmidt.
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