Silvesterball im Amberger ACC
Das alte Jahr weggetanzt

Die Schautanzgruppe verführte das Publikum mit dem brandneuen Schautanz "Burlesque". Bild: zig

Wenn eine rheinische Frohnatur das Szepter übernimmt, dann kann der Silvesterball schon mal länger dauern. Doch keine Sorge: Die Gäste im vollbesetzten ACC haben das neue Jahre nicht verpasst.

Mit dem Silvesterball läutete die Narrhalla Rot-Gelb im 81. Jahr ihres Bestehens nicht nur die diesjährige Ballsaison ein, sondern feierte auch mit ihren Gästen ausgiebig in das neue Jahr hinein. Das Programm bis Mitternacht war ein kulinarischer Augenschmaus: Als Vorspeise die Inthronisation der Prinzenpaare, als Hauptgang der Gardetanz der Prinzengarde, zum Dessert der Gardetanz der Jugendgarde und als Cocktail der brandneue Schautanz. Den musikalischen Part übernahm wie gewohnt die Kapelle Royal.

Zepter übergeben

Präsident Jürgen Mühl war über den großen Zuspruch hocherfreut und bat nach einigen Tanzrunden seinen von Oberhofmarschallin Iska Rausch von Traubenberg angeführten Hofstaat mit den Prinzenpaaren, Ministern und Hofdamen zur Bühne. Vorjahres-Prinz Oliver I. übergab an der Seite von Ex-Prinzessin Martina I. wehmütig das Zepter an seinen Nachfolger Prinz Thomas I.

Alle Fotos vom Silvesterball: zig

Nach den Abschiedsworten des Ex-Prinzenpaares nahm die Tollität des diesjährigen Faschings als rheinische Frohnatur das Geschehen in die Hand und hatte auch gleich die Lacher auf seiner Seite, als er ausführlichst den Ballgästen den Karneval in seiner Heimat näherbrachte. Eine Aufklärung über den Unterschied zwischen Karneval und Fasching, ein Kurzabriss über die Geschichte des Karnevals, sowie eine Übungseinheit für ein besonders lautes "Amberg Oho" durften nicht fehlen.

Den Verantwortlichen der Narrhalla war anlässlich dieser "Prozedur" ein gequältes "Dauerlächeln" deutlich anzusehen. Als der Prinz schließlich einsah, dass es genug mit Reden sei, riss Präsident Mühl das Mikrofon wieder an sich und merkte flapsig an: "Lieber Prinz, wenn Du ,Wetten dass' moderieren würdest, dann käme das ZDF fünf Stunden in Zeitverzug!"

Nach den perfekt eingeübten Grußworten des kleinen Prinzenpaares Lidia I. und Amaro I. konnte die Kinderprinzengarde mit einem erfrischenden Gardetanz überzeugen - einstudiert von Melanie Schmidt und Nicole Zechmeier. Ihr tänzerisches Talent stellte eindrucksvoll in einer Soloeinlage das Funkenmariechen Juliane unter Beweis - selbst der bei einem Radschlag verlorene Hut konnte sie nicht beirren.

Die beiden ehemaligen Gardetänzerinnen Carolin Fabry und Kathrin Hollweck gaben auch in diesem Jahr wieder ihre ganze Erfahrung weiter und studierten mit ihren sieben Mädels der Prinzengarde und ihren Kommandeusen Anja und Sabrina einen zackigen Gardetanz ein - belohnt wurden die großen Mühen der vergangenen Wochen mit viel Applaus.

Zum Abschluss bat Präsident Mühl das Prinzenpaar zum Ehrenwalzer auf die Tanzfläche und konnte sich ein abschließendes Urteil über die Tanzkünste des Prinzen nicht verkneifen. Unter dem Motto "Dschungelfieber" zog die Jugendgarde mit dem neuen Schautanz die Ballgäste in ihren Bann. Dabei hatte es Tarzan nicht gerade leicht, den Überblick über seine mit gefährlichen Pfeilen bewaffneten 13 Janes im ACC-Dschungel zu bewahren. Monika Barfusz hatte aber bei der Einstudierung darauf geachtet, dass der Narrhalla-Nachwuchs den Weg aus dem unwegsamen "Terrain"gefunden hat.

Höhepunkt des Abends war der Auftritt der Schautanzgruppe mit ihrem Schautanz "Burlesque", einstudiert von Christiane Maas. Dabei boten die fein herausgeputzten jungen Frauen - insbesondere mit ihren erotischen Kostümen - einen optischen Leckerbissen. Angelehnt an die US-amerikanische Unterhaltungskunst der frühen 20. Jahrhunderts verführten die Tänzerinnen in einer mitreißenden Show auch mit gekonntem Tanz, Gesang, Travestie und Comedy.

Sekunden heruntergezählt

Nach einigen Tanzrunden auf dem meist voll besetzten Parkett waren die letzten Stunden des alten Jahres doch sehr schnell vergangen. Das Prinzenpaar nutzte die Gelegenheit der Auftrittspausen und überraschte die weiblichen Ballgäste an ihren Tischen mit Rosen. Nachdem man die letzten Sekunden des alten Jahres heruntergezählt hatte, konnte die Narrhalla mit ihren Gästen pünktlich um Mitternacht das neue Jahr bei einem Glas Sekt begrüßen.

Nach Mitternacht konnten die Tanzbegeisterten nicht nur beim Tanzsport an ihrer Idealfigur arbeiten und lästige Pfunde aus der Weihnachtszeit abtrainieren, sondern hatten auch noch Gelegenheit, ihr Glück im neuen Jahr zu versuchen. Mit einem Los konnten die Ballbesucher eines von elf Amberger "Faßln" ergattern - oder bratfertige Spanferkeln mit nach Hause nehmen.
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