So schön kann Schule sein

Wer vor dieser Tür steht, vermutet dahinter nicht unbedingt eine Schule. Um so schöner, dass das Max-Reger-Gymnasium einen solch prächtigen Eingang hat. Dass eine historische Tür modernste Sicherheitsanforderungen erfüllt, ist nämlich keineswegs selbstverständlich. Stadtheimatpflegerin Beate Wolters verweist in diesem Zusammenhang auf die aufwendige Sanierung des MRG-Gebäudes. Mit Beendigung des zweiten Bauabschnitts präsentiere sich auch die historische Tür in ihrer ganzen Pracht. Heute ist sie der Haupteingang des Musischen Gymnasiums. Früher führte sie in die königliche Lehrerbildungsanstalt.

Ein Schmuckstück

"Eine Holztür mit Glaseinsätzen, mit gedrechselten Teilen, etwas sehr Schönes, Klein- und Feinteiliges", schwärmt Wolters und freut sich, dass ein solches Schmuckstück Haupteingang einer modernen Schule bleiben kann. Dafür habe man sie zwar hochgerüstet "mit allem möglichen modernen Schnickschnack" wie Alarmanlage und speziellen Verschlussvorgaben, die eine Schultür erfüllen muss. Doch die Verantwortlichen hätten es geschafft, diese Pforte so zu ertüchtigen, dass sie ihre Schönheit behalten konnte. "Sehr schön" sei auch, "dass die Schüler gut mit ihr umgehen", fügt die Heimatpflegerin hinzu: "Ihr fehlt auch nach einem Jahr Benutzung nichts."

Im Auftrag des Königs

Das ganze Gebäude sei sehr stattlich, merkt Wolters an. "Das kommt aus der Tradition der Lehrerbildungsanstalten, die damals, Ende des 19. Jahrhunderts, in Bayern gebaut wurden." Diese seien alle recht prächtig gewesen. Beispiele dafür gebe es noch in Bayreuth oder Bamberg. In Amberg sei der Gebäuderiegel vorne relativ gleichmäßig gegliedert, "mit den Fensterachsen und dem Sockel und dann eben mit dem Eingangsjoch und dieser kunstvollen Tür". Darüber sitzt ein doppeltes Fenster, gekrönt vom königlich-bayerischen Wappen. "Es verweist darauf, dass dieses Gebäude im Auftrag König Ludwigs II. entstanden ist."

Einen Blick wert

Die zweiflügelige Tür ist einen genauen Blick wert. Ganz besonders detailreich ist auch das Oberlicht mit sechs aus Holz gestalteten Bogen. In sie ist geätztes Glas eingesetzt, verziert mit reich gefüllten Obstkörben, die Ende des 19. Jahrhunderts sehr en vogue waren.
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