So soll es doch sein
Angemerkt

Wer ab und zu oder auch öfter eine Sitzung des Verkehrsausschusses besucht, wird immer wieder auf dieses Thema stoßen: Warum tut die Stadt Amberg nicht alles, um die Sicherheit ihrer Bewohner auf den Straßen und Gehsteigen noch größer zu machen? Weil sie das nicht darf, kam in der Vergangenheit gerne mal lapidar die Antwort vom zuständigen Referenten, der damals noch Otto K. Dietlmeier hieß.

Da wurden Gesetze und Vorschriften rezitiert, gewendet und kommentiert, die es nicht erlaubten, an dieser und jener Stelle beispielsweise einen Zebrastreifen anzulegen - siehe Kennedystraße. Da wurde rigoros ausgelegt und interpretiert. Bis der Stadtrat einmal sagte: Pfeif drauf, in anderen Städten geht es auch. Da blättert niemand im Gesetzbuch, bis ein Grund gefunden ist, etwas nicht zu machen, es wird einfach gemacht.

Und so entstand an der Kennedystraße ein Zebrastreifen, wie jetzt in Gailoh vorm Kindergarten nur mehr 30 gefahren werden darf. Der Stadtrat lässt es manchmal einfach darauf ankommen - und der neue Rechtsreferent Dr. Bernhard Mitko findet die passende Ausnahmeregel.

So soll es sein in einer Kommune. Es kommt darauf an, ein harmonisches Zusammenleben aller Bewohner zu erreichen, die Schwachen besonders zu schützen, die Starken aber nicht zu benachteiligen. Das ist in Gailoh gelungen. Und die Kinder, die dort heute im Kindergarten sind, fahren morgen schon automatisch vorsichtiger.

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Im Blickpunkt Volksbegehren mit viel Luft nach oben

Amberg. (upl) Das Volksbegehren "Ja zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9" kommt nicht so recht in Gang. Zur Halbzeit hatten sich in Amberg erst 331 Unterstützer in die Liste eingetragen, die im Rathaus ausliegt. "Das Interesse ist vergleichsweise gering", sagte Susanne Schrott vom Einwohnermeldeamt. Bis Mittwoch, 16. Juli, müssen bayernweit zehn Prozent der Wahlberechtigten unterschreiben, damit es zu einem Volksentscheid kommt. Die Zehn-Prozent-Marke ist in Amberg erreicht, wenn 3308 Wahlberechtigte ihre Unterstützung erklären. Mit dem Wert von Donnerstag liegt die Stadt erst knapp über ein Prozent.

Die Eintragung ist noch möglich, und zwar heute von 8 bis 12 Uhr sowie von Montag bis Mittwoch jeweils von 8 bis 16 Uhr (Hallplatz 4, Ausweis mitbringen). Eine zusätzliche Öffnungszeit gibt es am Samstag von 10 bis 12 Uhr. Das Volksbegehren wurde von den Freien Wählern initiiert. Es soll ermöglichen, dass jeder Schüler selbst entscheiden kann, ob er seine gymnasiale Ausbildung in acht oder neun Jahren absolviert. Damit wollen die Freien Wähler die Abschaffung des neunjährigen Gymnasiums 2004 korrigieren.
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