Sparkasse macht Hausbesuche

Die Sparkassen-Chefs Werner Dürgner, Dieter Meier und Alexander Düssil (von links) präsentierten die Zahlen des Jahres 2014. Vorstandsvorsitzender Meier hält in seinen Händen ein geöffnetes Paket voller Dinge, mit denen viele von uns tagtäglich in Berührung kommen. Produkte von Firmen, bei denen sich nach Meinung der drei Banker eine Geldanlage lohnen würde. Angesichts des Zinstiefs seien Aktien eine Überlegung wert. Bild: Steinbacher

Stadt und Landkreis erleben laut Sparkasse einen "nie dagewesenen Boom am Immobilienmarkt". Die Bank hat im vergangenen Jahr Objekte im Wert von 14 Millionen Euro vermittelt. "Ein richtiger Klopfer", sagt Vorstandsvorsitzender Dieter Meier. Für 2014 verkündete er jetzt einen Bilanzgewinn von 1,025 Millionen Euro.

Die Bilanzsumme stieg laut Meier um 2,6 Prozent auf 1,957 Milliarden Euro. Die Einlagen seien leicht auf 1,466 Milliarden Euro zurückgegangen. Grund: "Die Kunden sparen weniger und konsumieren stattdessen."

Unattraktive Zinsen

Für Sparer seien die Zinsen noch immer mehr als unattraktiv, und diese Situation werde sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Andererseits, fügte Meier hinzu, hätten die Leute das niedrige Zinsniveau genutzt, um Darlehen aufzunehmen. Die Sparkasse habe über 200 Millionen Euro an neuen Krediten ausgereicht.

Wie lässt sich in einer Welt mit niedrigsten Zinsen das Vermögen vermehren? Vorstandsmitglied Werner Dürgner nannte als Lösung die Wertpapiermärkte, was bei der Sparkasse nun ganz oben auf der Agenda stehe. Hier seien Renditen von weit über drei Prozent zu erzielen. "Wir bieten das jedem Kunden an", unterstrich Dürgner beim Bilanzgespräch. Und das funktioniere auch mit Kleinbeträgen. Bereits im vergangenen Jahr habe es einen "großen Zuwachs" an Erstanlegern gegeben.

Kritik an Regulierung

Ein Sorgenkind der Sparkasse ist die Regulierung. Stichworte: EU und Europäische Zentralbank (EZB). Die Situation habe sich "deutlich verschärft", klagte Vorstandsmitglied Alexander Düssil. Ob in der Kundenberatung oder intern - es seien inzwischen "umfangreichste Dokumentationen" nötig. "Beratungen dauern doppelt und dreimal so lange und produzieren eine Menge an Unkosten", rechnete Düssil vor und brachte es auf den Punkt: "Die Regulierung behindert das Kreditgeschäft."

Eine Sparkasse, ergänzte Dieter Meier, sei bei der Eigenkapitalbildung in einer schlechteren Position als alle Großbanken, weil diese Aktien ausgeben könnten. "Wir können unser Eigenkapital nur durch den Gewinn des Jahres aufstocken." Die Mehraufwendungen als Folge der Regulierung würden 750 000 bis 1 Million Euro ausmachen.

"Immer mehr an Bedeutung gewinnt für unser Haus das Thema Digitalisierung", schwenkte Düssil auf einen anderen Bereich über. Fast 30 000 von 65 000 Girokonten würden heute schon online geführt, Vertriebswege wie Telefon oder Internet derzeit stark ausgebaut. Die längere Erreichbarkeit qualifizierter Ansprechpartner werde dabei eine zentrale Rolle spielen. "Wenn es der Kunde wünscht, sind wir auch bei ihm zu Hause", betonte Vorstandskollege Dürgner.

Filiale die Nummer eins

Die Sparkasse setzt auf eine "Multikanal-Strategie". Eine Form der "modernen Kundennähe", meinte Düssil. Das Geldinstitut werde hier in den kommenden drei Jahren drei Millionen Euro investieren, kündigte Dieter Meier an. "Die Filiale ist für die Sparkasse der Kundenberatungsweg Nummer eins", sagte Dürgner in diesem Zusammenhang.
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