Spielplatz ist kein Kinderspiel

Wo viele Kinder leben, da wollen sie auch gemeinsam spielen. Wo sie es nicht können, werden ihre Eltern aktiv. Und damit automatisch auch die Politik.

Wie kann der Stadtrat dem Wunsch der Bewohner des Baugebiets Martinshöhe II nach einem Spielplatz nachkommen? Eine Unterschriftensammlung aus dem Gebiet brachte jetzt die SPD-Fraktion auf den Plan und zu einem Ortstermin. Dort gab es für die SPD-Mandatsträger Fakten und Zahlen: Die Unterzeichner haben nämlich 50 Kinder unter sechs und noch einmal 50 unter 14 Jahren.

Gemeinsam mit Bernhard Frank vom Sachgebiet Grün des Baureferats suchten Eltern und SPD-Vertreter nach einer möglichen Lösung. Frank erläuterte auf Einladung der Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion, Birgit Fruth, den derzeitigen Sachstand. Demnach wurde der Bebauungsplan für Martinshöhe II 2005 rechtskräftig. Da überwiegend Einfamilienhäuser mit Gärten vorgesehen waren und sich in naher Umgebung verschiedene Bolz- und Spielplätze befinden, wurde hier auf die Festsetzung eines öffentlichen Kinderspielplatzes verzichtet, zumal auch bei der öffentlichen Auslegung keine Anregung dazu gekommen war.

Auch der Stadtrat sah wegen der Art der Bebauung nicht die Notwendigkeit eines öffentlichen Spielplatzes und stimmte dem Bebauungsplan einstimmig zu. In der Beschlussvorlage wurde darauf hingewiesen, dass der Spiel-/Bolzplatz in Gailoh und der Spielplatz an der Bonhoefferstraße vom neuen Baugebiet aus zu erreichen sind, ohne dass eine Straße überquert werden muss.

Ausschuss reagiert 2011

Erst 2011 beschloss dann der Hauptausschuss, dass im Bereich des Bebauungsplans Martinshöhe II ein geeigneter Platz, möglichst naturnah, ohne größere Spielgeräte zum Treffpunkt für Groß und Klein ausgebaut werden soll - wobei sowohl Planung als auch Realisierung gemeinsam mit den Anwohnern in Angriff genommen werden sollten. Die Verwaltung wurde beauftragt, die rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen und eine geeignete Fläche vorzuschlagen. Grund dafür waren laut Frank mehrere Nachfragen und Anträge von Familien mit Kindern aus dem Neubaugebiet. Das Baureferat schlug dann ein städtisches Grundstück am Rande des Baugebietes zur Nutzung als Spielwiese für Kinder vor.

Da die unmittelbaren Nachbarn mit der Nutzung als Spielplatz nicht einverstanden gewesen seien, so Frank, hätten bisher keine Spielgeräte aufgestellt werden können. Denn die Errichtung eines öffentlichen Bolz- oder Kinderspielplatzes, der nicht in einem Bebauungsplan festgesetzt ist, wäre ohne die Zustimmung der Nachbarn kaum realisierbar, erläuterte er die Rechtslage. Im Beisein vieler Eltern aus dem Wohngebiet fragte Birgit Fruth nach denkbaren Lösungen. Frank zufolge könnten im Süden, auf einem städtischen Grundstück in der Nähe der Hochspannungsleitung, noch vor den Pfingstferien zwei Bolzplatztore aufgestellt werden, da diese genehmigungsfrei sind. Daneben befinden sich Ausgleichsflächen.

Tausch wäre Lösung

Allenfalls denkbar wäre ein Grundstückstausch für eine private Fläche an der Hohenkemnather Straße, auf der jetzt schon Kinder zwischen Büschen und kleinen Bäumen spielen. Dies setzt laut Frank aber sowohl die Zustimmung des Besitzers als auch der angrenzenden Nachbarn voraus.
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