Spitzebegabung spitze intoniert

Anspruchsvoll, ungewöhnlich und reizvoll: Es waren Bravourstücke berühmter und weniger bekannter Komponisten, die 45 junge Talente ebenfalls mit Bravour meisterten. Sie zählen zum besten Musikernachwuchs Bayerns, übten gemeinsam in Amberg und gaben nun ein Abschlusskonzert.

Zum vierten Mal nutzten die Mitglieder des Bayerischen Landesjugendorchesters oder Preisträger des Wettbewerbs "Jugend musiziert" ihre Herbstferien, um mit hochkarätigen und erfahrenen Mentoren im Max-Reger-Gymnasium zu proben. Professoren von Musikhochschulen, Musiker des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, der Bamberger Symphoniker, der Bayerischen Staatsphilharmonie und der Staatsphilharmonie Nürnberg stellten sich dafür zur Verfügung. Mit zwei öffentlichen Abschlussveranstaltungen am Samstagabend im Kongregationssaal und am Sonntag als Matinee in der Mehrzweckhalle in Kümmersbruck belohnten sie sich und ihre Dozenten, aber auch das interessierte Publikum.

Mit Kammermusikwerken von Mozart, Salzburgs berühmtestem Sohn, bis Jan Koetsier - niederländischer Dirigent und Komponist - standen die unterschiedlichsten Stücke vom Barock bis zur Moderne auf dem Programm des ersten Konzerts. Zehn Ensembles mit Musikern im Alter von 14 bis 20 Jahren präsentierten sich optisch in festlichem Schwarz. Wirklich hörenswert und mitreißend war ihr selbstbewusstes und mit Leidenschaft vorgetragenes Spiel auf Violine, Viola, Cello und Klavier, mit Oboe, Klarinette, Fagott, Flöte und Horn, auf Trompete, Posaune, Tuba.

Die Bläserensembles räumten am Samstagabend schon mal ganz groß ab: einmal als Startnummer mit Mozarts Serenade Es-Dur KV 375, dann mit Hindemiths "Kleine Kammermusik für Bläser" und Samuel Barbers "Summer Music" bis hin zum fulminant-brillanten Finale mit Jan Koetsiers "Brass Symphony". Die Streicher standen ihnen in nichts nach. Hochkonzentriert zeigten die Interpreten, was sie gelernt haben. Virtuos-schmeichelnd und doch voll Temperament: Schubert, Brahms und Britten, sensibel-brillant und schwungvoll: Dvoraks Sextett A-Dur.

Die Formation Klavier, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn widmete sich mit großem Spaß dem chaotisch konfusen "L'heure du berger" von Jean Francaix. Völlig zu Recht gilt das Landesjugendorchester (BLJO) längst als eminent wichtiger Förderer musikalischer Spitzenbegabungen. Es vereint junge Musiker, die sich dreimal im Jahr in den Schulferien zu Kursen treffen. Amberg mit seinem Max-Reger-Gymnasium ist so ein Standort.

Hier stimme das Umfeld und das Engagement aller Beteiligten, weshalb der BLJO-Kammermusikkurs auch bereits zum vierten Mal hier über die Bühne gehe, so die kurze Dankadresse zu Beginn des Konzerts. Das Publikum steuerte viel zustimmenden Applaus für die sympathischen Jungtalente bei.
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