St. Konrad zählt zu den jüngeren Pfarreien in Amberg
Beten unter dem Gotteszelt

Die "alte" Ammersrichter Kirche mit dem Hochaltar mit Christkönig-Figur am Kreuz und zu ihren beiden Füßen Statuen der Heiligen St. Konrad und St. Wolfgang. An der rechten Seite der frühere Flügelaltar und links die Kanzel, die später dem Michael-Altar Platzmachen musste. Bilder: hae (2)

St. Konrad zählt zu den jüngeren Pfarreien im Stadtgebiet. Heuer feiert sie ein Doppeljubiläum, weil die Kirche vor 75 und vor 50 Jahren geweiht worden ist. Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger weiß mehr:

Die Geschichte der Pfarrei ist eng mit der Entwicklung der politischen Gemeinde verbunden. Während ab 1818 eine Gemeindeverwaltung Ammersricht entstand, war das kirchliche Leben der Ammersrichter und Bernrichter zu dieser Zeit noch eng mit der Pfarrei St. Martin verbunden. Erst ab 1876 kam es durch den Bau einer Dorfkapelle - sie existiert noch - zu Anfängen eigenen kirchlichen Lebens. •

Mit dem Entstehen der Wagrainsiedlung erhöhte sich die Zahl der Gläubigen im Bereich Ammersricht und Wagrain 1934 auf 800 Katholiken. Am 12. Oktober 1936 begann der Bau einer eigenen Kirche durch den Architekten Georg Rogler, aber immer noch unter der Verantwortung des Stadtdekans von St. Martin, Franz Xaver Omasmeier. Bei der Ausstattung des Kircheninnerem kamen bedeutende Künstler zum Zuge. Der Hochaltar war eine Arbeit des bekannten Bildhauers Prof. Georg Busch, die sich aber heute nicht mehr in Ammersricht, sondern im Geburtsort des Pfarrpatrons, in Parzham befinden.

Eine Hallenkirche

Die erste Ammersrichter Kirche war eine Hallenkirche mit abgesetztem Chor mit Platz für jeweils einen Seitenaltar links und rechts. Bei der Orgel handelte sich um die alte Chororgel aus dem Münchner Dom, die vom namhaften Orgelbauer Steinmeyer hier wieder aufgebaut wurde. Bis zur endgültigen Einweihung und Erwählung des hl. Konrad zum Pfarrpatron durch Bischof Dr. Buchberger dauerte es dann doch bis zum 25. Juni 1939.

In der Folgezeit wurden noch ein neuer rechter Seitenaltar, von Professor Georg Busch die Statue der Friedenskönigin Maria und der Michael-Altar auf der linken Seite anstelle der Kanzel dazu errichtet. Sowohl Kreuzweg als auch die Michael-Statue sind verschollen. Ob sie in anderen Kirchen untergekommen oder gar in Privatbesitz geraten sind, darüber könne man nur mutmaßen, sagte Laschinger in seinem Vortrag vor zahlreichen Zuhörern.

Am 1. Oktober 1953 wurde die Pfarrkuratie Ammersricht aus der Pfarrei St. Martin ausgegliedert und zum ersten eigenen Seelsorger Johann Baptist Dimpfl bestellt. Es wurden auch noch der Pfarrhof, kurz darauf ein Kindergarten und der Friedhof Ammersricht gebaut. Die Erhebung zur selbstständigen Pfarrei mit inzwischen 3600 Seelen folgte im Mai 1960. Die starke Zunahme der Bevölkerung machte den Bau eines größeren Kirchengebäudes notwendig. Der Erweiterungsbau von St. Konrad glich praktisch einem Neubau, in dem die verschiedenen liturgischen Neuerungen berücksichtigt wurden.

Der Priester zelebriert vom Hochaltar zum Volke hin. Der quadratische Bau mit einem Zeltdach vermittelt den Eindruck vom "Gotteszelt unter den Menschen". Baubeginn war am 29. Juli 1963 und schon am 29. November 1964 wurde die neue Kirche durch den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Graber geweiht. Dabei wurden Reliquien der Heiligen Innocentius und Jucundina in den Altar eingelassen.

Fenster und Orgel

Pfarrer Konrad Sigl sorgte 1994/95 dafür, dass die Glasbausteine, die das einfallende Licht kalt erscheinen ließen, durch farbige Fenster ersetzt wurden. Der schottische Künstler John Kenneth Clark thematisierte in den Fenstern das Alte und Neue Testament, den Thron Gottes, das Neue Jerusalem und den Pfarrpatron als Bauer und Mönch. Die zweite Veränderung erfolgte erst kürzlich durch Pfarrer Michael Jakob mit der Anschaffung einer Pfeifenorgel. Wie berichtet, wurde eine gebrauchte Orgel aus der Pfarrei St. Josef in Essen durch die Orgelbaufirma Sandtner eingebaut und damit nun gleichsam die Kirche nach fünf Jahrzehnten vollendet.
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