St. Michael: "Wir sind Pfarrei"

Weihbischof Reinhard Pappenberger (links) und seine Mitzelebranten feierten den Pontifikalgottesdienst zum 50. Geburtstag der Pfarrei St. Michael. Die Chorgemeinschaft St. Michael und Instrumentalisten gestalteten die Messe musikalisch. Bild: ads

Mut, als Christen zu leben - sowohl im Alltag als auch sonntäglich - machte Reinhard Pappenberger den Gläubigen von St. Michael. Zum 50. Geburtstag der Pfarrei war der Weihbischof nach Amberg gekommen.

Der festliche Pontifikalgottesdienst mit Pappenberger war der Höhepunkt der dreitägigen Feierlichkeiten. Zum Auftakt des Festes hatten der Chor "sms" und die Instrumentalgruppe "Zwischentöne" ein Konzert gegeben. Zur anschließenden fetzigen Kirwaparty fanden sich rund 100 Besucher im Pfarrsaal ein. Am Samstag spielte dann die Band "Der Ernst des Lebens". Zum Pontifikalgottesdienst am Sonntag zogen Pappenberger und seine Mitzelebranten mit kirchlichen Verbänden und weltlichen Vereinen in das Gotteshaus ein.

Jubiläum als Rückschau

Pfarrer Alois Berzl blickte zurück auf die Anfänge der Pfarrei (Expositur mit Einweihung der Notkirche, Bau und Einweihung der Pfarrkirche St. Michael und damit Beginn als eigenständige, von Hans Hirtreiter geleitete Pfarrei). "50 Jahre sind angesichts der Ewigkeit nichts, so dass die Pfarrei St. Michael eher zu den ,jungen Wilden' zählt", stellte Berzl fest. Der Heilige Geist helfe den Gläubigen als lebendige Steine, eine lebendige Kirche aufzubauen.

Weihbischof Reinhard Pappenberger wertete das halbe Jahrhundert der Pfarrei St. Michael als lange Zeit. Ein Jubiläum sei immer eine Rückschau, bei der man sich dankbar an die Leistungen der früheren Generationen erinnere. Diese hätten das geschaffen, aus dem die jetzige Generation schöpfen könne.

St. Michael sei eine gewachsene Gemeinschaft, die Kirche als steingewordenes Gebäude spiegle außen das, was innerlich wachsen und dauerhaft bestehen solle. "Wir sind Pfarrei, weil wir uns als Gemeinschaft unverbindlich in der Pfarrkirche jeden Sonntag treffen, um uns das Evangelium an das Herz legen zu lassen und Eucharistie zu feiern".

Versammeln sich Christen um den Altar als Zentrum der Kirche, hätten sie nicht nur eine Gemeinschaft untereinander, sondern auch eine mit Christus. Ein Jubiläum sei aber auch ein Weitergehen. Eine Pfarrei dürfe nicht stehen bleiben und zum Nischendasein verkommen, sondern müsse sich nach außen öffnen und ein Ort sein, an dem Menschen ein Licht aufgehe, weil er einen guten Rat erhalte, ein tröstendes und aufbauendes Wort höre oder jemanden finde, der für ihn da sei.

"Lebendige Bausteine"

Für ihren weiteren Weg legte der Gast aus Regensburg den Gläubigen von St. Michael die Frage ans Herz, die Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si" stellt: "Kennt ihr die Armen in eurem Umfeld?" "Kennen" bedeute, eine Beziehung zu haben". "Wir dürfen eines nicht tun, uns vom Elend abwenden, sondern wir müssen uns gerade als Christen dem Elend zuwenden", betonte der Prediger. Die Pfarrangehörigen bat er, als "lebendige Bausteine der Kirche in der Gegenwart des Herrn sonntäglich und auch alltäglich zu leben".
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