St. Petersburger Knabenchor singt in der Georgskirche
Göttliche Stimmen schweben

Mit ihren warmen, hellen Stimmen brachten die Sänger des St. Petersburger Knabenchors das Publikum in der Georgskirche zum Schmelzen. Die Buben begeisterten mit weihnachtlichen und klassischen Weisen. Bild: Hartl

Kleine Sänger mit ganz großen Stimmen: Der St. Petersburger Knabenchor brachte am Freitagabend die Georgskirche zum Klingen. Der Lohn war tosender Applaus.

Ein jubelndes Halleluja und Gloria erklang unter dem Adventskranz in der gut besuchten Georgskirche. Der St. Petersburger Knabenchor war am Freitagabend zu Gast. Die kleinen Sänger bezauberten mit hohen Diskantstimmen. Sie singen äußerst konzentriert, diszipliniert und glasklar in den oberen Oktaven. Abwechslungsreich ist ihr Repertoire. Das homogene Ensemble besticht mit russischer geistlicher Musik des 18. Jahrhunderts genauso wie mit Kompositionen von Brahms, Orff, Schubert, Verdi bis Webber. Die Gestaltung reicht vom gewaltigen Fortissimo bis hin zum geflüsterten Piano. Die Sänger begeistern durch Leichtigkeit der glockenhellen Stimmen und durch ausdruckvolle dynamische Gestaltungskraft. Dabei wirkt ihr Gesang nie künstlich oder gekünstelt, sondern natürlich frisch.

Herzerwärmend war der Auftritt in der kalten Kirche allemal. Herausgeputzt in dunklen Anzügen mit weißen Krägen und Manschetten marschierten die Buben vor zum Altar und bauten sich dort kerzengerade und hochkonzentriert auf. In den Händen hielten sie Lichter und ihre Notenbücher. Dirigent Wadim Ptscholkin erläuterte die einzelnen Lieder. In den hinteren Reihen waren die Worte nicht gut zu verstehen. Der Gesang aber füllte das prächtige Gotteshaus. Dirigent Ptscholkin lockte die Buben zu herausragender Leistung, tupfte Silben leicht an und baute gewaltige Melodienbögen geradezu aus dem Handgelenk.

Neben geistlichen und weihnachtlichen Liedern, wie das deutsch gesungene "Maria durch ein Dornwald ging" und russischer Folklore, wie die "Abendglocken", standen auch der "Gefangenenchor" aus Verdis Oper Nabucco und Händels berühmtes "Halleluja" aus dem "Messias" auf dem Programm. Ganz still und innig wurde es, als das "Ave Maria" von Franz Schubert im Kirchenschiff erklang. Dirigent Wadim Ptscholkin hatte die Knaben bestens vorbereitet, die Choreographie der Choraufstellung perfekt geprobt und den Chor wie das Publikum fest im Griff.

Der Konzertchor mit Weltruf und Grand-Prix-Sieger der Russischen Föderation singt mit gut 40 Jungen regelmäßig in bekannten Konzerthallen und verfügt über mehrere Solisten mit herausragenden Stimmen. Dass er nun auch in Amberg Station macht, darüber freute sich Pfarrer Markus Brunner.

Das Konzert war ja nicht nur zur religiösen Erbauung angesetzt worden, sondern auch als Benefizveranstaltung zugunsten der desolaten Georgsorgel. Mit den Worten "Gott geht zu dem, der zu ihm kommt!", leitete er über zum musikalischen Höhepunkt. Mit einem gemeinsamen "Oh du fröhliche" endete der Abend. Der Schlussapplaus war überwältigend.
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