Stadt Amberg läutet fünfte Jahreszeit ein
Frohsinn regiert jetzt die Stadt

Oberbürgermeister Michael Cerny (rechts) rückte ihn freiwillig raus, den Schlüssel zum Rathaus. Dass die Narrhalla die Regentschaft übernimmt, freute (von links) Prinz Thomas I., Prinzessin Beate I., Präsident Jürgen Mühl und die kleinen Hoheiten Amaro I. und Lidia I. (vorne). Bild: Steinbacher

Jürgen Mühl blickt auf die Uhr, atmet kurz durch - schließlich liegt eine närrische, aber auch anstrengende Zeit vor ihm und seinen Mitstreitern. Endlich ist es 11.11 Uhr, die Fünfte Jahreszeit kann beginnen. "Amberg oho", heißt es ab sofort.

Mit seinen Ehrensenatoren und weiteren Würdenträgern, Vereinsmitgliedern und fünf feschen Gardemädels war er gestern Vormittag ins Rathaus gekommen. Erfreut zeigte sich Mühl, dass der neue Oberbürgermeister Michael Cerny die Tradition seines Vorgängers fortführt und die Narrhalla Rot-Gelb zum Faschings-Auftakt empfängt. Deren Präsident Jürgen Mühl verwies auf einige gesellschaftliche Ereignisse der Narrhalla: der Silvesterball am 31. Dezember im ACC, der Galaball mit der Stadt Amberg am 17. Januar, ebenfalls im Kongresszentrum, der Kinderfasching am 14. Februar und der Kehraus am Faschingsdienstag im Pfarrzentrum St. Michael.

Nervöse kleine Prinzessin

Mühl stellte am 11.11. um 11.11 Uhr aber auch diejenigen vor, die in der Saison 2014/15 die Hauptpersonen sein werden: das Kinderprinzenpaar, Amaro I. und Lidia I., und das große Prinzenpaar, Thomas I. und Beate I. Dass sich so viele Augen auf sie richteten und die Auslöser der Fotokameras klickten, war ein bisschen zu viel für die kleine Prinzessin. Sie vergoss ein paar Tränchen, die aber schnell trockneten. Souverän sagte sie dann mit dem Kinderprinzen ein Verslein auf und freute sich über die Schokolade, die OB Cerny für die Kinder mitgebracht hatte. Prinz Thomas I. sei aus dem Rheinland und somit prädestiniert für die Faschingszeit, erklärte Präsident Jürgen Mühl. Seine Tollität selbst meinte, dass man im Rheinland nur zwei Möglichkeiten habe: Man liebe oder hasse den Karneval. "Wenn man ihn hasst, verbringt man am besten den Rosenmontag in der Eifel."

Lebe man nicht mehr im Rheinland und liebe den Karneval, dann fahre man entweder am Rosenmontag nach Düsseldorf oder setze sich im Kostüm vor dem Fernseher. Thomas Berens erzählte, wie er durch Jürgen Mühl, den er scherzhaft als "langsamsten Anwalt Ambergs" bezeichnete, zur Narrhalla gekommen sei. Seine Frau, die als Beate I. an seiner Seite repräsentiert, verwies auf eine Tradition im Rheinland: Dort besucht das Prinzenpaar in der Karnevalszeit Schulen und Kindergärten. Dies würden die beiden auch gerne hier tun.

Dauert wohl etwas länger

Dass sie sich etwas kürzer fasste als ihr Mann, begründete sie so: "Der Prinz ist fürs Reden zuständig, die Prinzessin fürs gute Aussehen." Jürgen Mühl fügte angesichts der Länge des Grußwortes, das die neuen Regenten an das närrische Volk gerichtet hatten, hinzu: "Der Fasching wird heuer wohl länger dauern, Prinzenbegräbnis ist erst so um Pfingsten."

Oberbürgermeister Michael Cerny freute sich über den Besuch der Narrhalla im Rathaus und rückte auch gleich den symbolischen Schlüssel heraus, da die Narren ja jetzt das Rathaus übernehmen. Doch durchaus realistisch merkte er an, dass er wohl nicht viele Amtsgeschäfte loswerden würde, "die niederen Dienste der Verwaltungstätigkeit werden mir bleiben". Nichtsdestotrotz freue er sich auf den Fasching, sorge dieser doch für Heiterkeit und gute Laune. "Denn Freude und Geselligkeit gehören zum Leben dazu."
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