Stadt spendiert Jahresbeitrag

Wenn die Buben und Mädchen erst einmal in der F- und E-Jugend kicken, ist die größte Hürde schon überwunden. Damit Kinder die Freude am Sport überhaupt erst entdecken können, lädt die Stadt sie zu einer Schnuppermitgliedschaft im Sportverein ein. Bild: Huber

Kinder bewegen sich zu wenig. Gleichzeitig kommen den Sportvereinen Mitglieder abhanden. Das Schul- und Sportamt hat nun eine Idee, wie dieser Trend umgekehrt werden kann.

Die Stadt lädt alle kleinen Amberger im Alter von vier Jahren zu einer kostenlosen Schnuppermitgliedschaft in einem Sportverein ein. Für jedes Kind übernimmt die Kommune den Vereinsbeitrag für ein Jahr - maximal 50 Euro. Das hat der Schul- und Sportausschuss einstimmig beschlossen.

Zwei Drittel bleiben

Das Projekt mit dem Titel "Kids aktiv" habe sich bereits in anderen Städten bewährt, berichtete Kulturreferent Wolfgang Dersch. Er hob die zwei wichtigsten Aspekte hervor: Zum einen wolle die Stadt einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Mädchen und Buben gesund entwickeln. Zum anderen würden die Sportvereine, die tendenziell unter rückläufigen Mitgliederzahlen leiden, gefördert. Laut einer Auswertung der Aktion in anderen Kommunen seien nahezu zwei Drittel der teilnehmenden Kinder dem beigetretenen Verein nach Ablauf des Schnupperjahres treu geblieben. Der Ablauf ist so gedacht: Jedes Kind aus der Stadt erhält zum vierten Geburtstag einen Jahresgutschein in Höhe von maximal 50 Euro für eine Mitgliedschaft in einem Amberger Sportverein seiner Wahl. Das Angebot soll sich bewusst an alle Vierjährigen richten, unabhängig vom elterlichen Einkommen, um eine sichtbare soziale Ausgrenzung auszuschließen.

Vorerst 2016 und 2017

Die Abrechnung der Gutscheine koordiniert das Schul- und Sportamt. Damit sich die Eltern leichter orientieren können, soll ein Flyer erstellt werden, der alle Angebote auflistet. Die Familien hätten sechs Monate Zeit, sich zu entscheiden. Pro Jahr feiern in Amberg etwa 300 Kinder vierten Geburtstag. Der Sportausschuss rechnet mit Kosten von höchstens 15 000 Euro. Bei der Abstimmung gab es keine Gegenstimmen. Das Projekt soll 2016 starten und vorerst 2017 wiederholt werden.
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