Stadtmuseum zeigt Bilder Alfons Schäffers - Am Dreikönigstag 1915 geboren
Sonderschau zum Hundertsten

Tobias Schäffer präsentiert das Selbstporträt seines Vaters. Es ist eines der Werke, die bei der Sonderschau zum 100. Geburtstag des Amberger Künstlers Alfons Schäffer zu sehen sein werden. Bild: Hartl
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
07.01.2015
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Den 100. Geburtstag des Malers Alfons Schäffer nimmt das Stadtmuseum zum Anlass, für Herbst eine Sonderausstellung zu organisieren. Schäffer, der 1974 die Gruppe Amberger Künstler mit gegründet hat, kam am Dreikönigstag 1915, etwa ein halbes Jahr nach Beginn des Ersten Weltkrieges, in Amberg zur Welt. Bekannt sind vor allem Schäffers gemalte Stadtansichten, eines seiner beliebtesten Motive war die Georgenstraße.

Kulturreferent Wolfgang Dersch besprach am Montag mit dem Sohn des Künstlers, Tobias Schäffer (61), und der Leiterin des Stadtmuseums, Judith von Rauchbauer, sowie Kunsthistorikerin Michaela Grammer Details der geplanten Schau. Tobias Schäffer, der am Illertalgymnasium in Vöhringen als Kunsterzieher tätig ist, hatte zu dem Treffen einige besonders wertvolle Werke seines Vaters aus dem Familienbesitz mitgebracht. Unter anderem ein Selbstporträt und dessen letztes, nie vollendetes, Gemälde.

Das künstlerische Talent Alfons Schäffers fiel bereits in seiner Schulzeit am Humanistischen Gymnasium (heute Erasmus-Gymnasium) auf. Nach seiner Ausbildung zum Lehrer musste er in den Zweiten Weltkrieg ziehen. Die Gelbsucht rettete ihn nach Angaben seines Sohnes vor der Hölle von Stalingrad. Schäffer durfte die Krankheit zu Hause auskurieren und während des Krieges die Kunstakademie in Nürnberg besuchen. Nach dem Krieg war er in seiner Heimatregion als Lehrer tätig - unter anderem in Illschwang, wo er seine Frau kennenlernte. Viele Jahre lang war Schäffer stellvertretender Leiter der Luitpoldschule. 1979 ging er als Chef der Pestalozzischule in Pension. "Es war leider zu viel Schule und zu wenig Kunst", bilanzierte Sohn Tobias am Montag. Sein Vater habe noch so viele Ideen mit sich herumgetragen, die allesamt nicht verwirklicht worden seien. Siebeneinhalb Jahre nach seiner Pensionierung starb Schäffer an einem Krebsleiden. Sein Grab befindet sich auf dem Katharinenfriedhof.

Für die Ausstellung will das Stadtmuseum möglichst viele Werke des Künstlers zusammentragen. "Wir wissen, dass viele Familien in Besitz eines echten Schäffers sind", sagte von Rauchbauer. "Es wäre schön, wenn wir wenigstens eine Bestandsaufnahme machen könnten." Vielleicht gelinge es auch, einige Bilder als Leihgaben zu erhalten. Kontakt: Telefon 0 96 21/1 02 84 oder E-Mail: stadtmuseum@amberg.de.
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