Stadtrat auf Taubenjagd
Angemerkt

Nach der Sitzung vom Donnerstag wird niemand mehr der Stadt vorwerfen können, sie unternehme nichts gegen die Taubenplage. Eine Dreiviertelstunde diskutierte der Hauptausschuss über die "tierschutzgerechte Reduzierung der Stadttaubenpopulation" - wie es in schönstem Amtsdeutsch auf der Tagesordnung stand.

Mit einem Augenzwinkern eröffnete Bürgermeister Martin Preuß die Beratung, als er vorschlug, das traditionelle Stadtratsschießen doch ausnahmsweise ins Freie zu verlegen. Stadträtin Emilie Leithäuser wäre da sicher mit von der Partie gewesen, zumal sie vom Fenster ihres Hauses am Malteserplatz aus tatsächlich schon mal auf die Vögel gezielt hat. "Ich hab's mit der Wasserpistole probiert", erzählte sie. "Aber die Viecher kommen immer wieder."

Nicht ganz ernst gemeint war der Vorschlag von Thomas Bärthlein, doch Stadtkämmerer Franz Mertel mit dem Besteigen des Dachstuhls und der Pflege des Taubenhauses zu beauftragen. Als Mitglied des Alpenvereins könne er da sicher wertvolle Dienste leisten. "Das tun wir längst", stellte Mertel klar. Tatsächlich klettere er mit Vereinskameraden regelmäßig auf den eingerüsteten Martinsturm, um die Vogelbrut zu regulieren. Und schon war wieder Ernsthaftigkeit in die Debatte eingekehrt. Und die Erkenntnis, dass sich viele Leute in der Stadt mit der Problematik befassen.

uli.piehler@zeitung.org

Im Blickpunkt

Renaturierung des Ammerbachs

Amberg. (roa) Mit der Renaturierung des Ammerbachs in drei Schritten beschäftigten sich die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwochnachmittag. Heuer noch soll mit dem ersten Bauabschnitt im Bereich der Rammertshofer Mühle begonnen werden. Hier sei die Stadt bereits mit einer Ausnahme im Eigentum der Grundstücke, informierte Baureferent Markus Kühne, weshalb dieser Teil vorgezogen werde. Die Kosten betragen rund 109 000 Euro. Der Bach wird demnach aus dem tief eingeschnittenen Mühlkanal ins Tal verlegt und soll dort als natürliches Gewässer verlaufen.

Später geht es mit der Renaturierung an der Gärbershofer und an der Kemnather Mühle weiter. CSU-Stadtrat Bernhard Schöppl wollte von Kühne wissen, was mit den zahlreichen Fischarten im Ammerbach passiert. "Da gibt es relativ viele Krebse. Nicht dass die Renaturierung ein Nachteil ist." Kühnes Antwort: "Wenn sie sich im künstlichen Kanal heimisch gefühlt haben, werden sie die Natur auch mögen."
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