Stadtrat eine Wohlfühloase
Angemerkt

Das gegenseitige Zerfleischen hat ein Ende: Im Stadtrat verträgt man sich wieder. Das Eis wurde nach der Kommunalwahl gebrochen. Da habe sich der "Amberger Frühling" angekündigt, schwärmte CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann am Montag, "man könnte auch sagen, die Erderwärmung hat jetzt auch Amberg erreicht". Doch in der Harmonie-Sitzung zum Haushalt drohte der altbekannte Polterer Dr. Klaus Ebenburger den so frischen Betriebsfrieden zu stören.

Beim Blick in das Redemanuskript des Freie-Wähler-Bosses schwante einem Böses. Auf dem Papier gratulierte er dem "voll cleveren" Oberbürgermeister Michael Cerny, dass es ihm gelungen sei, gleich "eine ganze Schar von Steigbügelhaltern" zu engagieren, während sein Vorgänger sich jahrelang "mühsam" mit nur einem namens Wolfgang Hottner (FDP) über die Runden gerettet habe. SPD-Fraktionsvorsitzender Florian Fuchs sei nun der neue Hottner, auf den Stühlen der Genossen sitze "eine ganze Reihe von kleinen Hottnern".

Doch als sich Ebenburger vorne am Rednerpult diesen Passagen seines Konzept näherte, wurde er plötzlich ungewohnt sanft, entschärfte sie, bewies - charmant plaudernd - selten erlebten Witz. Es geschah das Unerwartete: Quer durch die Parteien hatten sie Spaß, selbst bei den SPDlern. Doktor Attacke musste sogar selbst lachen. Ein gestandener CSU-Stadtrat raunte zum Pressetisch: "Heute ist er gut."

juergen.kandziora@zeitung.org

Aus den Haushaltsreden

"Selbst in unserem kleinen Amberg haben wir nun eine GroKo, eine Große Koalition."

"In Amberg gibt es noch eine weitere, eine ganz besondere Form von Wahn, den Gewerbegebietswahn."

Dr. Klaus Ebenburger, FW

"Wir Grüne stehen nach wie vor zur Schaffung einer Anwohner-Tiefgarage auf dem Bürgerspital-Areal."

"Einem generationengerechten ÖPNV-Angebot kommt eine immer größere Bedeutung zu."

Hans-Jürgen Bumes, Grüne

"Wir müssen dafür sorgen, dass es sich weiterhin lohnt, in Amberg zu leben und zu arbeiten. Und wir müssen dafür sorgen, dass diese Stadt ausreichend Steuereinnahmen erzielt, um dann weitere Projekte realisieren zu können."

Josef Lorenz, Amberger Bunt

"Die auf dem Gelände des Bürgerspitals zu errichtende Quartiersgarage müsste mindestens teilweise öffentlich zugängig sein."

Emilie Leithäuser, FDP
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