Stark in Überzahl

Auf eine schnelle und qualitativ sehr gut besetzte Truppe müssen sich die Spieler des ERSC Amberg heute in Bad Kissingen einstellen. Bild: brü

Die Eishockey-Landesliga befindet sich auf der Zielgeraden der Saison und es knistert vor Spannung. Die ersten fünf Teams sind - mit zum Teil unterschiedlicher Spielanzahl - im Differenzbereich von gerade einmal zwei Punkten. Dazu gehören auch der ERSC Amberg und die heimstarken Kissinger Wölfe.

Bei denen stehen die Löwen heute Abend, 20 Uhr, vor einer Aufgabe, um die sie wahrlich nicht zu beneiden sind. Die Wölfe-Verantwortlichen um Manager Vassili "Willi" Ledin dürften von Beginn an das Erreichen der Play-Offs, wenn möglich auch den Aufstieg in die Bayernliga als Ziele im Hinterkopf getragen haben. Natürlich musste man sich auch für die Derbys gegen Schweinfurt und Haßfurt entsprechend positionieren.

Top-Einkäufe

So ist die Einkaufstour nachzuvollziehen, auf die man vor der Saison bei den Kurstädtern gegangen ist. Dabei haben sie sich ebenso gezielt wie hochkarätig verstärkt. Das beginnt bei dem 20-jährigen DNL-Torwart Julian König aus Landshut, läuft über die beiden Oberliga-Verteidiger von den Kassel Huskies, Alexander Engel und Jan Pantkowski, und mündet beim Deutsch-Russen Mikhail Nemirovsky als Top-Transfer. Der hatte in der Vorsaison noch über 60 Scorerpunkte für Schweinfurt in der Oberliga Süd verbucht, war schon einige Zeit in Übersee aktiv und übernimmt bei den Wölfen zusammen mit dem Letten Roman Nikitin die Personalunion als Spielertrainer. Die Beurteilungen um die Person von "Nemo" gehen gerade in der Region am Untermain auseinander, aber unbestritten sind die spielerischen Fähigkeiten des 40-jährigen.

Blöcke mit Qualität

Der Kader der Kissinger ist zwar überschaubar, aber die Qualität der ersten beiden Blöcke nur schwer zu toppen. Schließlich wurde auch noch der Ex-Weidener Alex Andrusovich reaktiviert und der ist ebenso wie Victor Ledin Nutznießer der Ideen von Nemirovsky und Nikitin. Die besondere Stärke: Mit fast computergesteuerter Präzision werden Überzahlspiele von den Wölfen im Höchsttempo zu Treffern verwertet - da heißt es also weiten Abstand zu den Strafbänken zu halten.

27 Tore in 2 Partien

Zuletzt wurden die beiden Kellerkinder aus Regensburg und Regen mit insgesamt 27 Gegentreffern nach Hause geschickt, wobei als Torschützen fast immer die gleichen Namen auftauchen - man weiß, wer die Tore macht, aber man kann es selten verhindern.

Der ERSC Amberg steht allerdings auch nicht zu Unrecht in der Spitzengruppe der Liga, hat etwa mit den Siegen gegen Pegnitz, Dingolfing oder in Vilshofen Ausrufezeichen gesetzt und insgesamt eine beachtliche Offensivstärke entwickelt. Gefühlsmäßig ist es beinahe so, als würden die Löwen an ihren Aufgaben und Gegnern wachsen. Gefordert sein wird in Kissingen vor allem die Defensivarbeit der gesamten Mannschaft. In der Abwehr wird Coach Stefan Ponitz wieder auf Niklas Stolz bauen können, der nach seiner Sperre ins Team zurückkehrt. Dessen Platz als Zuschauer muss nach seiner Spieldauerstrafe gegen Dingolfing Darnell Pruett einnehmen. Ponitz erwartet von seinen Spielern höchste Konzentration von der ersten Sekunde an, denn dieses Duell können schon Kleinigkeiten entscheiden.
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