Steinzeit-Krimi inspiriert Künstler zu neuen Werken
Heini Hohls Höhle

Ob er sich künftig einen Satz Ö-Stricherl zusätzlich gönnt? Nach der Lektüre eines Steinzeit-Krimis jedenfalls war Heini Hohl so fasziniert von der Frühgeschichte der Menschheit, dass er sich mit Haut und Haar der Höhlenmalerei verschrieb. Bild: hfz
Amberg. Dass Heini Hohl der Gegenwart ebenso skeptisch gegenübersteht wie er die Vergangenheit verehrt, wissen die Amberger spätestens seit dem diesjährigen "Barocken Lagerleben", das im Frühsommer das Amberger Welttheater am Mariahilfberg so spektaktelhaft begleitete.

Dabei durfte der Maler mit dem goldenen Ohrring als Landsknecht tief hineintauchen in die Historie. Später im Jahr hat er dann einen Steinzeit-Krimi gelesen - und der habe ihm, wie er sagt, die Augen geöffnet und einen völlig neuen Blick auf die Welt vermittelt. Weshalb er in den Wochen vor der Jahresausstellung der Gruppe Amberger Künstler sich der für ihn so ungewohnten Ausdrucksform der "Höhlenmalerei" öffnete. Daheim im Keller, da habe er Pigmentfarben gefunden, "alles aus dem Besitz meines Vaters, eines gelernten Kirchenmalers". Und so hat er mit diesen erdigen Tönen experimentiert und expressive Höhlenschweine gemalt, wilde, zähnefletschende Keiler mit furchteinflößenden, elfenbeinfarbenen Hauern und aggressivem Feuer in den Augen.

Ob er, Heini Hohl, dabei auch die Höhlen des eigenen Unbewussten ausgeleuchtet habe? Da lacht er laut, der Höhlenmaler, schüttelt den Kopf und sagt mit belegter Stimme: "Nur meine Freundin ist mir aufs Dach gestiegen, weil ich nicht im Atelier, sondern im Wohnzimmer gemalt habe!"

Die Jahresausstellung in der Alten Feuerwache dauert noch bis Dienstag, 6. Januar. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Die Jahresradierung wurde von Achim Hüttner gestaltet.
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