Stilles Mahnmal zum Innehalten

Pfarrer Michael Jakob segnete das sanierte Marterl mit drei Motiven. Diese Seitenansicht zeigt die Hl. Dreifaltigkeit. Bild: hae

Wanderer halte inne, auch die Jogger werfen einen Blick drauf. Und alle stellen erfreut fest, dass das Marterl am östlichen Ende des Oberammersrichter Weges wieder frisch renoviert am Wegesrand steht.

Der Nieselregen machte es zwar unangenehm, aber dennoch waren erfreulich viele Ammersrichter und Bewohner des Wag-rains zur Segnung des nun wieder in frischen Farben leuchtenden Marterls durch Pfarrer Michael Jakob gekommen. Sehr zur Freude auch von Willi Herdegen aus Ammersricht, der sich des Votivzeichens angenommen hatte und die Renovierung in die Wege leitete.

"Inmitten einer ruhigen und intakten Landschaft exponiert, steht das Marterl auch für ein Stück Natur", hob der Initiator dieser Aktion hervor. Marterln würden mit ihren Bildern und Inschriften oft auf Leid und tragische Schicksale hinweisen, seien häufig letztendlich aber ein Zeichen des Danks für den glücklichen Ausgang eines Unfalles, die Heilung von einer Krankheit oder Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft. Über das renovierte, 1827 errichtete religiöse Kleindenkmal sei jedoch nichts Genaues bekannt. Herdegen dankte abschließend allen Spendern, die zur Finanzierung der nötigen Arbeiten beigetragen haben.

Jetzt konserviert

Michael Nutz aus Vilseck hat die drei den knapp zwei Meter hohen Stein zierenden Votivszenen neu gemalt. Kräftige frische Farben lassen die Bildnisse wieder gut erkennen und werden jetzt durch eine Folie gegen Witterungseinflüsse geschützt. Auf der Vorderseite zum Weg hin ist das Bild des Hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie in der Hand zu sehen. Auf der linken Seite ist die Hl. Dreifaltigkeit, rechts der Hl. Wendelin abgebildet. Er gilt als Schutzpatron der Hirten, Bauern und Tagelöhner. Deshalb wird vermutet, dass der Stifter wohl ein Bauer aus Oberammersricht war. Auch die steinerne Säule wurde saniert. Vor der Segnung betonte Pfarrer Michael Jakob, dass Wegekreuze "immer Gelegenheit zum Innehalten sind, um in der Unruhe der Zeit unseren Blick auf das Ewige zu lenken". So würden Marterln und Kreuze als religiöse Symbole für das fürbittende Gebet der Lebenden, die vorbeikommen, für deren Verstorbene werben.

Ein Lothringer-Kreuz

Er wies auch auf eine Besonderheit bei diesem Marterl hin, dessen Spitze ein sogenanntes Lothringer oder Patriarchen-Kreuz, ein Kreuz mit zwei Querbalken, ziert. Musikalisch umrahmt wurde die Segnung von Evelin und Eduard Hanauer.
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