Stimmungen aus getrennten LH-Betriebsversammlungen
Gespenstisch und Angst um Urlaub

Bild: Huber (Archiv)
Die Termingestaltung rund um die Ereignisse in der Luitpoldhütte (LH) trug am Montag skurrile Züge: vormittags Betriebsversammlung für die zu diesem Zeitpunkt noch knapp 500 Beschäftigten, am Nachmittag dann in der Maltesergaststätte die nächste für jene 115, die die LH verlassen müssen, und parallel dazu eine dritte für die Rest-Belegschaft im Werk an der Sulzbacher Straße. Die Stimmung im Betrieb bei der zweiten Zusammenkunft beschrieb Betriebsratsvorsitzender Christian Zwack hinterher als "fast schon gespenstisch". Wohl auch deshalb, weil den Kollegen verklickert werden musste, dass sie fortan die anfallende Arbeit schlicht mit einem Viertel weniger Personal zu bewältigen haben.

Zeitgleich Niedergeschlagenheit im prall gefüllten Maltesersaal in der Innenstadt. Betroffene aus allen Abteilungen hatten sich eingefunden, um aufzunehmen, was ihnen Franz Elsner (Agentur für Arbeit), Vertreter der Projekt-Beschäftigungs-Gesellschaft (PTG) - Firma mit Sitz in Augsburg, die sich auf solche Fälle spezialisiert hat - und LH-Arbeitsdirektorin Christiane Berger zu sagen hätten.

Berger beschrieb die Situation vor Ort als "zunächst relativ ruhig". Geändert habe sich dies, als es um den Resturlaub ging. Dabei seien die Wellen schon hochgeschwappt, weil die Leute fürchteten, ihre Ansprüche zu verlieren. "Wir arbeiten in dieser Sache an individuellen Lösungen für alle", versicherte Berger am Mittwoch. Auf die wiederholt zu hörende Frage "Warum gerade ich?" habe sie bei der Zusammenkunft die gesetzlich vorgegebene Sozialauswahl und das Punktesystem erläutert, nach denen die Liste derer erstellt wurde, die sich verabschieden müssen.

In dieser Woche seien seitens der PTG erste Profiler-Schritte vollzogen worden. Hier wird den Leuten geholfen, bei Bewerbungsschreiben, bei Aus- und Fortbildung sowie bei der Kontaktaufnahme für neue Stellen. Bis Freitag müssen sich Ex-LH-Mitarbeiter entscheiden, ob sie den dreiseitigen Vertrag mit der PTG unterschreiben oder nicht. Kernstücke darin sind die erwähnten Maßnahmen, die sechsmonatige Laufzeit sowie die für diese Dauer zugesicherte Bezahlung von 80 Prozent des bisherigen Netto-Lohnes.
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