Stolz hält den Puck fest

Die drei Punkte musste sich der ERSC Amberg hart erkämpfen. Am Sonntagabend setzten sich die Amberger Löwen (hier mit Michael Augsberger, links) knapp aber verdient mit 5:4 gegen SE Freising durch. Bild: brü

Eigentlich ist das Spiel entschieden. Mit 5:3 führt der ERSC Amberg schon gegen die Black Bears Freising - dann fällt das 5:4 und ein ERSC-Spieler muss obendrein auf die Strafbank. Sechs Freisinger gegen vier Amberger - so lautet das Duell in der Schlussminute.

Es war das, was man gemeinhin einen Arbeitssieg nennt. Der ERSC Amberg musste einen hohen Aufwand betreiben, um in einer intensiven Partie der Landesliga Nord/Ost gegen die SE Freising die volle Punktzahl einzufahren. So verließ am Sonntagabend wohl nicht unbedingt die bessere Mannschaft als Sieger das Eis.

Die Oberbayern erwiesen sich als der erwartet schwere Gegner und konnten im Gegensatz zu den Spielen davor in Bestbesetzung antreten. Freising präsentierte sich sehr aggressiv, handelte sich mit dieser Spielweise aber auch entsprechende Strafzeiten ein. Diese Überzahlsituationen nutzten die Löwen allerdings nur unzureichend und versäumten bereits im Anfangsdrittel, sich entscheidend abzusetzen.

Dabei gelang mit dem 1:0 durch Felix Söllner nach exakt 46 Sekunden eigentlich ein Traumstart. Bei den Powerplaygelegenheiten in der Folge - zum Teil in doppelter Überzahl - fehlte den Gastgebern die Zielstrebigkeit, was die Arbeit für Gästetorhüter Konstantin Bertet erleichterte. Chancen auf der anderen Seite waren in diesem Abschnitt eher Mangelware und so schien das 2:0 in der Schlussminute, abermals durch Söllner, wenigstens annähernd die Überlegenheit der Amberger ausdrücken zu können. Noch in den Torjubel fiel aber nur acht Sekunden später der 2:1-Anschluss gegen eine unsortierte ERSC-Abwehr. Patrick Holler sollte mit insgesamt drei Treffern an diesem Abend die Amberger Defensive noch öfter vor Probleme stellen.

Der Mittelabschnitt stand zunächst ganz im Zeichen der Schwarzbären. Der ERSC leistete sich zu viele schnelle Scheibenverluste und kam teilweise kaum mehr aus seiner Verteidigungszone. Beinahe logische Folge war, dass die Oberbayern das Spiel drehten und ihrerseits erstmals in Führung gingen. Letztendlich war es ERSC-Torhüter Lukas Stolz zu verdanken, dass es nur bei dem einen Tor Unterschied blieb.

Wenn es schon spielerisch nicht optimal lief, so konnte den Gastgebern in kämpferischer Hinsicht absolut nichts vorgeworfen werden. Sebastian Aukofer setzte mit dem 3:3 das Signal für eine stärkere Phase seiner Mannschaft und diesmal war es an den Löwen, kurz vor Drittelende das Selbstvertrauen aufzubauen: Darnell Pruett lief direkt von der Strafbank kommend - und mustergültig bedient von Kirill Groz - alleine auf Bertet zu und verwertete eiskalt zum 4:3.

Das Schlussdrittel lebte dann von der Spannung. Löwen-Coach Stefan Ponitz hatte seiner Mannschaft mehr konzentriertes Defensivverhalten verordnet, um über Konter die Entscheidung zu suchen. Es war nun ein offener Schlagabtausch mit vielen Einzelaktionen, aber vor allem etlichen Glanzparaden der beiden Torhüter. Mit dem 5:3 durch Matti Swadzba schienen die Gastgeber die Punkte endgültig eingesackt zu haben, doch ausgerechnet in eigener Überzahl fing man sich in vorletzter Minute das 5:4 ein - und gleich danach auch noch eine Strafzeit.

Stefan Ponitz nahm eine Auszeit, und Gäste-Co-Trainer Robert Huber anschließend seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Bei der letzten Gelegenheit für die Black Bears hielt Lukas Stolz aber den Puck und damit den fünften Saisonsieg für seine Mannschaft fest.
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