Streifzug durch riesigen Übungsplatz

Das Evangelische Bildungswerk (EBW) und die Katholische Erwachsenenbildung bieten am Samstag, 4. Juli, eine Fahrt durch den Truppenübungsplatz Grafenwöhr an. Die Leitung hat Siegfried Kratzer, Vorsitzender des EBW. Die Führung übernimmt Gerald Morgenstern. Mit 226 Quadratkilometern gehört der Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit zu den größten in Europa. Im Jahre 1935 erlebte der ehemalige Schießplatz auf waldreichem Gelände eine erhebliche Erweiterung durch die Nationalsozialisten. Viele Menschen mussten ihre angestammte Heimat verlassen und wurden zwangsweise umgesiedelt. Insgesamt waren es über 780 Familien und mehr als 3500 Menschen. Einige wenige Reste der alten Ortschaften stehen heute noch als "Geisterdörfer". 1958 wurde hier auch der Film mit Lieselotte Pulver "Zeit zu leben, Zeit zu sterben" produziert. Während des zweiten Weltkrieges wurden im Lager Grafenwöhr 300 sowjetische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt. Viele von ihnen kamen dabei ums Leben.

Der Truppenübungsplatz ist aber nicht nur Übungsfeld für Soldaten. Auf dem riesigen Gelände entstand über die Jahre hinweg ein einmaliges Naturschutzgebiet mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. Als ehemaliger Bundeswehrangehöriger und Grafenwöhrer Kommunalpolitiker ist Morgenstern wie nur wenige mit dem Truppenübungsplatz vertraut. Ausgangspunkt wird eine Besichtigung des Militärmuseums sein. Treffpunkt für die Busfahrt ist um 12.15 Uhr an der Amberger Feuerwache, Rückkehr gegen 18 Uhr. Die Kosten für Busfahrt, Eintritt und Führungen von 35 Euro sind vorab an das Bildungswerk zu entrichten. Anmeldungen nimmt das EBW 09621/ 49 62 60 entgegen.
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