Streit, der Frieden stiftet

Sie werfen sich Argumente an den Kopf und vertragen sich trotzdem: Die Sieger des Regionalfinales "Jugend debattiert". Von links: Julian Prechtl, Andreas Pürner, Betreuungslehrerin Veronika Frenzel, Kristina Hofmann und Lars Meier. Bild: Steinbacher

Nach dem verbalen Schlagabtausch standen sie Schüler beisammen und lachten, als ob nicht gewesen wäre. Dabei lagen sie sich Minuten zuvor noch gehörig in den Haaren. "Jugend debattiert" ist mehr als nur ein Rede-Wettstreit.

Der guten Stimmung im Festsaal des Max-Reger-Gymnasiums taten die hitzigen Diskussionen keinen Abbruch. Wenn sich die Schüler im Wettstreit um das überzeugendste Auftreten am Dienstagnachmittag auch die Köpfe heiß redeten - am Ende siegte das kameradschaftliche Miteinander. Gewonnen haben natürlich in erster Linie Andreas Pürner (Max-Reger-Gymnasium), Julian Prechtl (Erasmus-Gymnasium), Lars Meier und Kristina Hofmann (beide Leibniz-Gymnasium Altdorf): Sie setzten sich als beste Redner durch und vertreten die Region beim Landesentscheid von "Jugend debattiert" am Montag, 20. April, in München. Eine fünfköpfige Jury verfolgte die Debatten, die sich die Schüler auf der Festsaal-Bühne lieferten. Andreas Pürner und Julian Prechtl fetzten sich beispielsweise über die Frage, ob der Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht verboten werden soll. Pürner meisterte die ihm erteilte Aufgabe, sich gegen ein solches Verbot auszusprechen, mit Bravour. "Die Schüler durften sich ihre Haltung nicht aussuchen", erklärte Regionalkoordinatorin Daniela Albers-Kuntz aus Altdorf. "Sie sollten auch die Herausforderung bestehen, argumentativ eine Position zu vertreten, die sie persönlich vielleicht ablehnen."

Lars Meier und Kristina Hofmann legten überzeugend dar, warum sie dagegen sind, dass jede Kommune Freiflächen für Graffiti-Sprayer zur Verfügung stellt. "Du hast eine starke Ausdruckskraft", heiß es bei der Endbesprechung vonseiten der Jury. "Du hast dich durch dein sympathisches Auftreten bestens verkauft", oder: "Wir haben bei dir eine hohe Flexibilität beim Denken festgestellt." Anerkennung, die bei den Jugendlichen natürlich runterging wie Öl. "Am schönsten ist, dass wir gelernt haben, unsere Meinung selbstbewusst zu vertreten, auch wenn jemand anderer dagegen schießt", sagte eine Teilnehmerin.

Aus sieben Schulen

Das Max-Reger-Gymnasium richtete in diesem Jahr den Regionalentscheid aus. Mädchen und Buben von sieben Schulen der nördlichen Oberpfalz und des östlichen Mittelfranken nahmen daran teil. Oberstudienrätin Veronika Frenzel hatte für einen reibungslosen Ablauf gesorgt - inklusive Hörproben von der Schulband und Häppchen. Dafür gab es am Ende einen Blumenstrauß.
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