Studenten geben Nachhilfe, Lions-Club hilft finanziell: Kinder aus sozialschwachen Familien ...
Vom Erfolg der vielen kleinen Schritte

Vertreter des Lions-Clubs und des Sozialdienstes katholischer Frauen im Gespräch mit den Studenten, die für "Endlich gecheckt - Lernen im Amberger Modell" Kindern aus sozial schwachen Familien Nachhilfe geben. Bild: Huber
"Endlich gecheckt": Wer sich an seine Schulzeit erinnert, weiß, wie schwer das manchmal ist. Doch viele Familien können sich auch in Amberg Nachhilfestunden einfach nicht leisten. Damit die Kinder trotzdem Unterstützung bekommen, engagiert sich der Lions-Club.

"Endlich gecheckt - Lernen im Amberger Modell" bringt Menschen zusammen: Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule und Schüler aus sozial schwachen Familien. Ob Englisch, Deutsch, Latein, Mathe oder PCB (Physik, Biologie, Chemie): Die Studenten geben Nachhilfe. Der Lions-Club finanziert dieses Projekt und hat sich als Partner den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ins Boot geholt. Insbesondere Sabine Baumeister-Kiener ist mit viel Herzblut dabei.

Seit November 2012

Das Projekt gibt es seit November 2012. Der SkF wählt die Kinder aus. Einerseits bekommt Baumeister-Kiener Informationen von den Schulen, teilweise auch aus dem SkF selbst. Sie erzählt, dass ihr kürzlich eine Kollegin, die den Notruf für Frauen betreut, den Hinweis gegeben hat, dass eine Familie Hilfe benötige.

Momentan erhalten fünf Mädchen und sechs Jungen kostenlose Nachhilfe. Die Ausgewählten stammen laut Baumeister-Kiener aus "bildungsfernen Familien und erhalten durch deren schwierige Situation keine Förderung, um ihre schulischen Probleme aus eigener Kraft bewältigen zu können". Im Einsatz für die gute Sache sind neun Studenten, in der Regel lernen sie mit den Kindern ein- bis zweimal pro Woche, die Nachhilfe dauert bis zu 120 Minuten. Für ihr Engagement bekommen sie eine Aufwandsentschädigung, die der Lions-Club finanziert.

Bei einem Gespräch in den Räumen des SkF zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. "Das ist wirklich eine gute Sache", lobte SkF-Vorsitzende Marianne Gutwein die Idee. Lions-Sekretär Peter Seidl sprach von einer "Triple-Win-Situation". Die Kinder profitierten mit ihren Eltern, und auch die Studenten hätten Vorteile. Sie erlangten Sozialkompetenzen. Schließlich sei auch der Lions-Club ein Gewinner: "Wir können da segensreich wirken."

Hört man den Studenten zu, merkt man schnell, dass ihnen diese Aufgabe Spaß macht. Einer hat denselben Nachhauseweg wie sein Nachhilfeschüler - da unterhalten sie sich auch darüber, was der Junge einmal werden möchte - "was mit Computer". Die Studenten berichten auch von den Erfolgen ihrer Schützlinge.

Erste Erfolge stellen sich ein

Ein Kind erreichte bei einer Probe einen Dreier, schrammte sogar knapp an der Zwei vorbei. Gutwein und Baumeister-Kiener betonen: Dass die Mädchen und Buben das Klassenziel erreichen, sei das Wichtigste. Langfristig gehe es darum, dass die Kinder ihren Abschluss machen und eine Berufsausbildung beginnen, um ein eigenes Auskommen zu haben. Eine Studentin hat ein großes Lob für die Mutter ihres Schützlings parat: "Sie hilft ihm in den anderen Fächern. Das ist super."
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