"Sünden vergeben, das tut nur Gott"
Die Festpredigt gestern Abend auf dem Berg

Amberg. Das priesterliche Lossprechen rückte Domkapitular Peter Hubbauer am Dienstagabend bei seiner Festpredigt auf dem Berg ins Blickfeld. Er zitierte Peter Zimmerlings Buchtitel "Beichte. Gottes vergessenes Angebot" und berichtete von der Erfahrung eines Mitbruders, der nach einem Urlaub in Frankreich festgestellt habe, in vielen Kirchen sei überhaupt kein Beichtstuhl mehr aufgestellt oder umfunktioniert worden. In einen Info-Shop etwa, wo man sich DVDs, Kirchenführer und Ansichtskarten kaufen könne. "Und sogar noch drastischer hat er es erfahren, wo ein Beichtstuhl als Abstellraum für die Putzfrau, für Putzeimer und Besen genutzt wird."

Der klassische Ort des Bußsakramentes, der Beichte und somit auch das Sakrament selbst, seien in eine Krise geraten, so der Festprediger. Vielleicht sei ein Grund, dass sich das Handling mit dem Bußsakrament verändert habe. Den Älteren sei ein sehr enges und strenges Verständnis von Beichte eingebläut worden.

Hubbauer zitierte aus der Homepage katholisch-für-anfänger.de: Dort heiße es, dass die Beichte von großer Bedeutung sei, um Fehler zu erkennen und vor dem Priester dazu zu stehen. Die Bußandacht sei eine sehr gute Form, sich der Liebe Gottes immer wieder bewusst zu werden und sie zu beanspruchen. Aber sie beinhalte nicht das Sakrament, in dem durch einen Priester das Wort der Vergebung Gottes zugesprochen werde.

Sicher sei es nicht leicht, in einer Beichte sich anzuklagen, vor einem Priester zuzugeben, dass man Mist gebaut habe. Aber der Priester sei nur der Vermittler. "Er ist der, der die Absicht Gottes deutlich macht - und der in der Lossprechung sie in Worten formuliert. Die Sünden vergeben, das kann und tut nur Gott." Abschließend betonte der Domkapitular in seiner Predigt, dass im Sakrament der Buße, in der Beichte die Gläubigen dieses Geschenk der Gnade immer wieder updaten könnten.
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